Sagenhafte Comics

Berus. Ein paar Striche, dann steckt ein fröhlicher Schweinekopf in Anzug und Krawatte. Bernd Kissel demonstrierte im Torhaus Scharfeneck die Anfänge seiner Zeichenkunst. Damals wurde die elterliche Metzgerei zur Galerie. Heute sitzt er in der Jutta-von-Hattstein-Straße, und manches mal auch vor einem leeren Blatt. Am 1

Berus. Ein paar Striche, dann steckt ein fröhlicher Schweinekopf in Anzug und Krawatte. Bernd Kissel demonstrierte im Torhaus Scharfeneck die Anfänge seiner Zeichenkunst. Damals wurde die elterliche Metzgerei zur Galerie. Heute sitzt er in der Jutta-von-Hattstein-Straße, und manches mal auch vor einem leeren Blatt. Am 1. April 2007 legte Kissel die Geschichte vom Beruser Esel bei der Saarbrücker Zeitung vor. "Aber den Anfang machte die Sage vom geizigen Bäcker." Seither hebt Kissel mit meist sieben bis 14 Bildern den saarländischen Sagenschatz in die Öffentlichkeit. Gut aufgelegt bringen Kissel und seine Verleger vom Geistkirch-Verlag, Harald Hoos und Florian Brunner, die Moderation zum zweiten Band der "Saarlegenden" über die Bühne. Vor rund 55 Leuten, überwiegend aus Berus. "Wir steigern uns", heißt es da, "Berlin, Blieskastel, Berus". Beim Feuerreiter vom Sudelfels stockt Kissel, bevor er den Faden wiederfindet. "Bei 86 Geschichten weiß man gar nicht mehr, wo man ist." Karl Lohmeyers "Die Sagen der Saar" sind seine Schatzkiste. Vor Ort werden Fotos gemacht, der Rest ist Fantasie und zeichnerisches Können. Das demonstriert Bernd Kissel mit schnellen Strichen an der Figur des Butterhut. Einem so genannten Aufhocker, der einem in den Rücken springt und sich tragen lässt. Passend dazu spielen David und Frank Engel altertümliche Musik. Bernd Kissel, 30, hat einige Zeit in Luxemburg an Zeichentrickfilmen mitgearbeitet. Heute ist er selbstständig mit Grafik, Design und Internet.