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Saarlouiser Kulturpreise ganz für die Musik

Saarlouiser Kulturpreise ganz für die Musik

Saarlouis. Bereits zum 20. Mal verliehen der SBS und die Stadt Saarlouis in Anwesenheit von Oberbürgermeister Roland Henz in festlichem Rahmen den Kulturpreis - in diesem Jahr an den Pianisten Wolfram Schmitt-Leonardy, an Joachim Fontaine, Kantor und Organist der evangelischen Kirchengemeinde, sowie an Marita Grasmück-Fetik und ihren Frauenchor Cantilena

Saarlouis. Bereits zum 20. Mal verliehen der SBS und die Stadt Saarlouis in Anwesenheit von Oberbürgermeister Roland Henz in festlichem Rahmen den Kulturpreis - in diesem Jahr an den Pianisten Wolfram Schmitt-Leonardy, an Joachim Fontaine, Kantor und Organist der evangelischen Kirchengemeinde, sowie an Marita Grasmück-Fetik und ihren Frauenchor Cantilena. Schmitt-Leonardy, seit zwei Jahren Professor an der Hochschule für Musik und Theater in München, erzählte am Flügel sitzend von seinen Gehversuchen am Klavier. Mit acht Jahren hatte er den ersten Unterricht bekommen. Zum Segen für ihn sei sein Lehrer Alexander Sellier an der Musikhochschule Saar geworden, da er ihm den nötigen Eifer für die Pianistenlaufbahn vermittelt habe. Laudator Professor Leo Krämer, ehemaliger Domkapellmeister in Speyer, schwelgte von der "hochkarätigen Begabung", sprach von "internationalen Dimensionen". Bereits 2005 wurde der damals 38-Jährige vom Fono Forum zum "Nachwuchskünstler des Jahres" ernannt. Schmitt-Leonardy beglückte das Publikum mit acht der "24 Préludes op.28" von Chopin. "Joachim Fontaine ist als Kantor und Organist unentbehrlich für die Evangelische Kirchengemeinde Saarlouis und die Stadt", sagte Friedrich Spangenmacher, Musikchef von SR2, in seiner Rede. Fontaine gründete unter anderem das Musikensemble Una Volta. Darüber hinaus zeichnet er verantwortlich für musikalische Projekte am Ludwigsgymnasium in Saarbrücken. Hier ist er auch Lehrer für Ethik und Philosophie - und "er ist wie ein Besessener, wenn es um die Entdeckung verschollener Musik geht." 2001 sorgte er für eine Weltsensation, als er ein Requiem von Giacomo Puccini dem Älteren aufführte, das per Rundfunk in alle Welt übertragen wurde.

Alle Preisträger erhielten eine Urkunde und ein Preisgeld von 1000 Euro.

"31 Jahre ohne Kulturpreis", bedauerte Countertenor Roland Kunz in seinem Lobgesang auf den Überherrner Frauenchor Cantilena und Marita Grasmück-Fetik, die Gründerin. Doch Preise gab es reichlich. Die 28 Laiensängerinnen haben sich auf nationalen und internationalen Wettbewerben bekannt gemacht (wir berichteten). Kunz berichtete vom musikalischen Elternhaus der Chorleiterin, die mit vier Jahren das Klavierspiel erlernte und über eine "wunderbare, seltene Alt-Stimme verfügt, die sie befähigt, solistisch und mit Topp-Vokalensembles aufzutreten. "Was sie macht (auch als Grundschullehrerin), das macht sie mit Leidenschaft. Dazu kommt eine pädagogische Kompetenz", so Kunz. Der Chor gab ein kleines Konzert und sang unter anderem als Welturaufführung ein Werk des Saarbrücker Komponisten Alwin Schronen, der Cantilena mit der Einstudierung beauftragt hatte und anwesend war.

Gammler und Heiligmorgen

Der Frauenchor Cantilena nahm den Kulturpreis mit nach Hause. Fotos: Hartmann Jenal
Wolfram Schmitt-Leonardy (links) mit Stefan Neuhäuser und Lioba Amann.
Joachim Fontaine schritt in Saarlouis sichtlich erfreut ans Mikrofon.

Die Kulturzitrone ging an den Heiligmorgen, den "Massenauflauf" in der Saarlouiser Altstadt, den Michael Mansion in Szene setzte. Die Auszeichnung für ein erinnerungswertes Saarlouiser Kulturerbe erhielt der "Gammler", das Brötchen mit der Currywurstsauce, den auch Kulturdezernentin Heike Breitenmoser aus Schulzeiten in guter Erinnerung hatte.