Rock om Gau rockte die Teufelsburg

Festival : Rock om Gau lockt jedes Mal etwas mehr Leute an

Stimmen wie aus tiefster Gruft hüllten zwei Tage lang die Teufelsburg bei Felsberg ein. Dazu Gitarren und Schlagzeuge im Highspeed-Modus.

Für Laune sorgten Freitag und Samstag bei „Rock om Gau“ 13 Bands von Metal über Trash bis Blues-Rock. Alle wollten bloß spielen, zur Begeisterung der Freunde härterer Musikrichtungen. Oben vor dem Burggraben gab es Crêpes und Waffeln, ein paar Meter tiefer satten Sound aus dicken Boxen. Dort spielte beispielsweise „Two Minds Collide“ Dark Rock. Doch so dunkel war die Musik von Finch (Bass), Lias (Gitarre) und Pi (Drums) gar nicht, mit eingespielten Klangteppichen von Synthesizern.

Während die einen Musiker noch vollen Einsatz auf der Bühne zeigten, schafften Helfer das nächste Equipment heran. Ein Shuttle-Dienst brachte Musiker und Instrumente den knapp einen Kilometer langen Weg zur Burg. Vom Weg zur Teufelsburg führte ein Fußweg zur Parkplatzwiese für Besucher am westlichen Ortsausgang von Felsberg, nachts schufen LED-Spots Orientierungspunkte. Einige hundert Meter vor der Burg standen Zelte und nahe dem Eingang Wohnmobile der Übernachtungsgäste.

Als Querschnitt durch die saarländische Rockszene bezeichnete Holger Zenner, Vorsitzender des Vereins „Rock om Gau“, das Programm. Dazu kamen Gäste aus Frankreich und Luxemburg. Die 38 Vereinsmitglieder füllten an der breiten Theke beidhändig die Becher, schafften Nachschub heran, kümmerten sich um Bands und Material und einen ruhigen Verlauf. Wichtig sind aber auch Sponsoren, machte Zenner deutlich.

Friedlich ging es bei dem zweitägigen Festival wieder zu, richtig ab ging es auf der Bühne: Dort rasten flinke Finger über Gitarrenseiten, droschen Schlagzeuger auf Trommeln und Becken ein. Beispielsweise bei den Auftritten von „Lost in Pain“ und „From Fall to Spring“. Den Hammerauftritt legte das Trio „Trip“ aus Straßburg hin. Mit Schlagzeuger Tommy, Gitarrist Yann und dem entfesselten Organisten Jean-Loup. Aus einer betagten Elka-Orgel holte er Sounds und Akkorde, die an Topbands der 70er-Jahre erinnerten. Mal wehte ein Hauch von Iron-Butterfly aus den Boxen, mal donnerte ein Tasten-Stakkato wie bei Deep Purple. Allein Samstagnacht kamen grob geschätzt um die 350 Zuhörer, insgesamt seien es 800 gewesen. Mit dem 12. „Rock om Gau“, berichtete Zenner, waren bislang „150 Bands aufgetreten, etwa 700 Musiker“. Und: „Es wird jedes Jahr mehr. Auch was an Rückmeldungen und Bestätigungen kommt.“ Fest steht: Das 13. „Rock om Gau“ wird im Juni 2020 laufen.

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