Mittelaltermarkt auf der Teufelsburg: Ritter und Händler ziehen die Besucher in Bann

Mittelaltermarkt auf der Teufelsburg : Ritter und Händler ziehen die Besucher in Bann

Eine Furcht einflößende Gestalt wäre der einsame Wanderer zur Nachtzeit gewesen. Schwarz verhüllt wie ein Magier dunkler Mächte schritt er am Sonntagmittag in Richtung Teufelsburg. Ein erstes Heerlager mit gewandeten Bewohnern flankierte den Weg schon gut 100 Meter vor der Burg. Dort hatten am Wochenende auch Teilnehmer aus Luxemburg übernachtet. Einen Steinwurf weiter rasteten die Feuerkünstler von Sidera. Andere Zelte standen unterhalb der Grabenbrücke. Im Graben vor der Burg überspannten große Schatten spendende Tuchbahnen die Sitzplätze.

Dort eröffneten gegen 12.30 Uhr der Gaukler Patut und der Marktvogt den zweiten Tag des Mittelaltermarktes auf der Teufelsburg. Der Aufbau am Freitag klang aus mit Musik und Tanz im Burggraben. Rund 350 Besucher habe das angelockt, sagte Holger Zenner am Sonntag, Vorsitzender des Fördervereins Teufelsburg. Der führt den Markt erneut zusammen mit PMT aus Saarbrücken durch. Am Samstag habe man knapp 600 Besucher gezählt. Im kühlen Burgmuseum waren rund 30 Folterinstrumente ausgestellt. „Die kommen richtig gut an“ sagte Zenner.

Für den zweiten Mittelaltermarkt auf der Burg hatten sich 22 Händler angemeldet. Die konzentrierten sich hinter der Kasse und auf dem äußersten Bergsporn.

Schatten spendeten beim Mittelaltermarkt Segeltuchbahnen über dem Graben der Teufelsburg. Foto: Johannes A. Bodwing

Dicke Felle von Schafen stapelten sich neben dem Burgturm am Stand von Max Hochdörffer. „Die sind im Winter warm und im Sommer kühl“, betonte er und strich über die dicht stehenden Haare. Lange haltbar seien die Felle und antiseptisch. „Ich züchte die Tiere selber“, sagte Hochdörffer. „Zusammen mit meinem Bruder. Das ist was ganz Edles und verarbeitet wie ein Pelzmantel.“ Nebenan standen Trinkpokale, mal mit Totenkopfemblem, mal mit Skeletthand. Ein paar Schritte weiter wurden Fruchtgummis feilgeboten, nach einem „mittelalterlichen und traditionellen Rezepten“ versprach ein Schild. Spielleute zogen musizierend über die Burganlage. Vorbei an Ständen mit Honigwein und ausgefallenen Bieren, Gewändern und Holzschuhen, Schwertern und Schilden. Viele junge Familien mit Kindern besuchten den Markt, hatte Zenner festgestellt. Für die jüngeren Besucher sind Ritter immer wieder ein reizvolles Thema. Ebenso das Schießen mit Pfeil und Bogen. Neugierig verfolgten sie auch die Arbeit des Herrschers über Feuer und Eisen. Für zahlende Gäste schmiedete der glühende Klingen für Kindermesserchen.

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