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„Nur wer nicht hilft, begeht einen Fehler“

„Nur wer nicht hilft, begeht einen Fehler“

Bis im Notfall ein Rettungswagen oder Notarzt zur Stelle ist, kann es eine Weile dauern. Um diese Zeit zu überbrücken, hat sich in Überherrn ein First-Responder-Team gegründet. Und das stellte sich am Samstag vor.

Auf große Resonanz ist die Infoveranstaltung der First Responder Überherrn am Samstagnachmittag gestoßen. Vor einem sehr aufmerksamen Publikum durfte Roxane Ruffing den Verein vorstellen und erntete am Ende des Vortags auch dafür viel Beifall, dass kaum Fragen offen geblieben sind. Sie hofft, wie alle aus dem aktuell 16 Ersthelfer zählenden Team darauf, dass die Menschen im Notfall überhaupt helfen. "Man kann nichts falsch machen, nur wer nicht hilft, begeht einen Fehler", gab sie den Zuhörern mit auf den Weg.

Und die First Responder, die sich im Juni vergangenen Jahres gegründet haben, wollen noch viel mehr Menschen, als die, die am Samstag ins Kulturhaus gekommen waren, in ihrer Heimatgemeinde erreichen. Denn zunächst, das erklärte Michael Broschart, Öffentlichkeitsbeauftragter der First Responder, die nun an vier Standorten im Saarland für schnelle, ehrenamtliche und zugleich hochprofessionelle Hilfe im Notfall stehen, muss diese Arbeit, die die Ersthelfer verrichten, in den Köpfen der Menschen ankommen.

Das wünscht sich auch Rebecca Ginsbach. Sie ist seit 2002 im Rettungsdienst tätig, hat nun ihren Beruf auch zum Hobby gemacht und will in ihrer Freizeit direkt vor Ort helfen. "Ich wohne in Berus, da kann es ganz schön dauern, bis Rettungswagen und Notarzt eintreffen", erzählt sie. Dabei seien es gerade diese ersten Minuten, die Leben retten können. Sie wird fortan in ihrer Freizeit zusammen mit einem Teamkollegen die umfassende Ausrüstung parat haben. Die gab es am Samstag auch zu bestaunen, Hingucker war dabei die Puppe, an der sich auch die Gäste mit Herzmassage versuchen konnten.

Bisher zwei Einsätze geleistet

Zwei Einsätze, resümiert der Vorsitzende Thomas Andre, habe es für die First Responder in Überherrn bisher gegeben, beide am 1. Januar. Auch er fährt im Rettungsdienst, allerdings ehrenamtlich, hilft nun auch an vorderster Stelle beim Verein mit, Menschenleben zu retten. Offene Türen habe das Team um Andre mit der Vereinsgründung bei ihm eingerannt, betonte Bürgermeister Bernd Gillo . "Ich war von Anfang an begeistert, dass sich hier junge Menschen ehrenamtlich für andere einsetzen, ihre Freizeit opfern, um zu helfen. Ich bin aber auch stolz, dass wir in Überherrn saarlandweit die vierte Kommune sind, die auf First Responder zurückgreifen können", erklärte er.

Damit die Menschen zukünftig im Ernstfall auch die Hilfe der ehrenamtlichen Ersthelfer, die direkt vor Ort stationiert sind, bekommen können, ermutigt Broschart die Bevölkerung, beim Absetzen des Notrufes auch die Einrichtung der First Responder konkret anzusprechen. Der Anruf erfolge immer bei der Rettungsleitstelle, doch hier, sagte er, spricht nichts dagegen, dass der Anrufer neben dem Notarzt auch die ehrenamtlichen Helfer, die einen deutlichen Zeitvorsprung haben, anfordert. "Wir alle haben eine qualifizierte Ausbildung, werden immer weiter geschult und haben das gleiche Equipment wie der Rettungswagen", betonte Rebecca Ginsbach.

Weitere Infos zu den First Respondern, die es nach Losheim, Freisen und Humes nun auch in Überherrn gibt, beim Vorsitzenden Thomas Andre unter Postfach 1165, 66799 Überherrn , Tel. (0151) 74 31 73 35. Weiterhin gesucht werden Ersthelfer, die das Team unterstützen, aber auch Mitglieder für den Förderverein, der die Anschaffungen der Gruppe finanziell unterstützt.

first-responder-ueberherrn.de