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Mit fairer Mode zum Erfolg

Jungunternehmer Tobias Gross und sein Hund Willi im neuen Laden in Überherrn.
Jungunternehmer Tobias Gross und sein Hund Willi im neuen Laden in Überherrn. FOTO: Thomas Seeber
Überherrn. Etwas Kreatives zu machen und damit Geld zu verdienen, war schon immer sein Traum. Und den hat sich Tobias Gross verwirklicht. Vor drei Jahren gründet er das Modelabel „tobigro.“, jetzt will er richtig durchstarten. Sarah Konrad

Ans Aufgeben hat Tobias Gross nie gedacht. Doch der Jungunternehmer gibt zu: "Es ist schon verdammt schwierig, eine eigene Kleidermarke zu etablieren. Das hätte ich anfangs nicht gedacht."



Anfangs, das war im November 2013. Damals hatte Tobias die Idee, eigene Klamotten zu entwerfen. "Ich wollte schon immer etwas Kreatives machen", erzählt der 35-Jährige. Nach einer Ausbildung als Hubschrauberpilot setzt er seinen Plan um. Er gründet das Modelabel "tobigro." und designed sein erstes Produkt: einen Gürtel. Als Verschluss benutzt Tobias eine Schnalle, die normalerweise an Flugzeug-Gurten verwendet wird. Den Gürtel selbst bezieht er mit Möbelstoffen der 70er Jahre. Die Unikate kommen gut an. "Mich haben immer mehr Leute gefragt, ob ich ihnen auch so ein Teil machen kann." Die Gürtel sind bis heute das Aushängeschild von "tobigro.". Das Flagship-Produkt, wie es in der Modebranche heißt. Doch der Jungunternehmer hat sich nicht auf diesem Erfolg ausgeruht, sondern sein Sortiment vergrößert. Mittlerweile verkauft er neben den Gürteln auch Pullis, Mützen, Taschen, Schals und T-Shirts - für Männer und Frauen. Nur eine Kinderkollektion fehlt noch.

Das Besondere an den Klamotten: Sie sind schick und lässig zugleich. Auf den ersten Blick wirken sie schlicht. Keine Muster, keine Zeichnungen, keine überdimensional großen Logos. Stattdessen setzt "tobigro." auf Details, die oft erst beim zweiten Hinschauen auffallen. Ein schicker Knopf, der in den Saum eingenäht ist. Oder ein Teil einer Fahrradkette am Ende der Kapuzenschnur.

Auch in seinem Laden in Überherrn verwendet der Jungunternehmer ausgefallene Accessoires. Die Gürtel präsentiert er beispielsweise auf einem alten Sprungkasten. Die Regale hat Tobias selbst aus Bolzenbrettern zusammengebaut und eine Wand aus Holzlatten trennt den Verkaufsraum von den Produktionszimmern. "Das ist hier alles noch nicht ganz fertig. Aber wir arbeiten dran." Erst vor Kurzem ist Tobias in die Halle umgezogen. Lange Zeit hat er von zu Hause aus gearbeitet. Doch da wurde es ihm irgendwann zu eng. "Wenn Kunden vorbeikamen, liefen sie erst einmal an meinem Schlafzimmer vorbei. Das war nicht so optimal", sagt Tobias und lacht. Auch seine Schneiderin, die momentan noch in Lebach arbeitet, wechselt demnächst nach Überherrn . "Wir kooperieren ausnahmslos mit regionalen Unternehmen." So seien faire Lohn- und Arbeitsbedingungen garantiert. Momentan tüftelt das "tobigro."-Team an der Herbstkollektion. Und die wird vor allem aus Kapuzenpullovern mit versteckten Highlights bestehen. Doch woher nimmt Tobias die Ideen? "Ich habe so viele Einfälle, die kann ich gar nicht alle umsetzen", sagt der Jungunternehmer.

In den nächsten Jahren will er seine Marke im Saarland etablieren. Sie anschließend in die Bundesrepublik hinaustragen. Die größte Hürde dabei: die Produkte zu vermarken. "Bei der ganzen Werbung, die es heutzutage gibt, ist es schwierig, sich so zu positionieren, dass man wahrgenommen wird." Doch Tobias ist stolz, den ersten Schritt geschafft zu haben. Einige Läden im Saarland verkaufen seine Klamotten bereits, und auch Amazon hat "tobigro." ins Sortiment aufgenommen. "Man braucht eben einen langen Atem und muss von seinem Vorhaben zu hundert Prozent überzeugt sein", sagt Tobias. Er weiß, dass er noch einen langen Weg vor sich hat. Aber aufgeben kommt für ihn nicht infrage.



Der Laden von Tobias steht Im Häuserfeld 3 in Überherrn . Öffnungszeiten: Nach Vereinbarung. Er verkauft seine Klamotten auch im Internet unter www.tobigro.de .