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Bauernverband
Landwirte im Kreis unter neuer Führung

Stabübergabe: Theresia Croon (rechts) übergibt die Geschicke des Kreisbauernverbandes an Erhard Ecker (Mitte). Links der neue zweite Vorsitzende des Kreis-Bauernverbandes, Michael Lehnen.
Stabübergabe: Theresia Croon (rechts) übergibt die Geschicke des Kreisbauernverbandes an Erhard Ecker (Mitte). Links der neue zweite Vorsitzende des Kreis-Bauernverbandes, Michael Lehnen. FOTO: Alexandra Broeren
Überherrn. Mitglieder des Saarlouiser Bauernverbandes entscheiden sich für Erhard Ecker aus Niedaltdorf als neuen Vorsitzenden. Von Alexandra Broeren

Neuer Vorsitzender des Bauernverbandes im Kreis Saarlouis ist der 40-jährige Erhard Ecker. Der Landwirt aus Niedaltdorf mit den Schwerpunkten Milchviehhaltung und Ackerbewirtschaftung war bereits seit etlichen Jahren zweiter Vorsitzender des Verbandes. Sein Stellvertreter ist der 59-jährige Michael Lehnen aus Schwarzenholz. Theresia Croon, die runde 18 Jahre die Geschicke des Kreisbauernverbandes geleitet hat, wird sich nun anderen Aufgaben im Verband zuwenden, beispielsweise in ihrer Eigenschaft als Landesvizepräsidentin.



Das letzte Jahr sei nicht ganz optimal, aber dennoch verhältnismäßig gut gelaufen, wenn man als Maßstab die miserable Ernte des Vorjahres betrachtet, sagte Präsident Peter Hoffmann, „die Erträge im Saarland liegen jedoch in allen Bereichen unter dem Bundesdurchschnitt“. Das Saarland sei derzeit zu rund 93 Prozent im Sinne der EU-Kriterien als benachteiligtes Gebiet anerkannt. Man bemühre sich aber auch, für die Gemeinden Nalbach und Mettlach eine Anerkennung zu bekommen.

Die Ausgleichszahlung in einer Gesamthöhe von fünf Millionen Euro sei für die Betriebe enorm wichtig. Eine weitere Million Euro sei vom Bundesministerium beschlossen worden, aber noch nicht zur Auszahlung gelangt. Belastet werden die Bauern duch zusätzliche Bürokratie und Auflagen. „Ein Fehler in der Verwaltung hat finanziell oft größere Konsequenzen als ein Anbaufehler“, sagte Peter Hoffmann.

Kritik war vor allem an der neuen Düngeverordnung zu hören, die Alexander Welsch ausführlich erläuterte. Die neue Verordung fordere komplizierte und detaillierte Berechnungen für jede einzelne Fläche, die einen durchschnittlichen  Aufwand von etwa drei Arbeitstagen bei einem mittelgroßen Betrieb darstellen, sagte Welsch. Der Verband ist jedoch optimistisch, dass die Düngemittelverordnung aufgrund der geringen Nitratbelastung der saarländischen Böden bei uns vereinfacht werden kann.

Zwei Mitglieder konnte die scheidende Kreisvorsitzende mit der silbernen Ehrennadel des saarländischen Bauernverbandes für ihre Verdienste auszeichnen, nämlich Herman-Josef Schaller und Roman Kerber.



Auch Theresia Croon erhielt aus der Hand von Peter Hoffmann eine solche Ehrennadel. Ganz wichtig sei es nach den Worten der Landes-Vizepräsidentin, dass die Bauern vermehrt in der Öffentlichkeit sichtbar werden, beispielsweise als ehrenamtliche Kräfte in der Lokalpolitik oder als Ehrenamtler in den Vereinen. „Die Bevölkerung muss euch wieder wahrnehmen“, sagte Croon und gibt auch gleich ein Beispiel: „Alles beklagt, dass es zu wenige Schwalben in den Dörfern gibt. Kaum einer sieht, dass es auch weniger Bauern gibt, also weniger Viehbestand, deshalb auch weniger Mücken, von denen sich eine Schwalbe ernähren kann.“