Landkreis im Fokus einer Studie

Herr Weisweiler, warum wurde gerade der Landkreis Saarlouis für die Studie ausgewählt?Weisweiler: Im Landkreis Saarlouis wächst der Anteil der Älteren stärker als in anderen saarländischen Landkreisen. Insgesamt hat der Landkreis Saarlouis derzeit 44 700 Einwohner über 65 Jahre, das sind 21,8 Prozent. Damit ist er nach dem Regionalverband der älteste Kreis im Land

Herr Weisweiler, warum wurde gerade der Landkreis Saarlouis für die Studie ausgewählt?Weisweiler: Im Landkreis Saarlouis wächst der Anteil der Älteren stärker als in anderen saarländischen Landkreisen. Insgesamt hat der Landkreis Saarlouis derzeit 44 700 Einwohner über 65 Jahre, das sind 21,8 Prozent. Damit ist er nach dem Regionalverband der älteste Kreis im Land. Das Statistische Landesamt rechnet damit, dass im Jahr 2030 sogar bereits 31,6 Prozent der Menschen im Kreis über 65 Jahre als sind. Besonders interessant für die Studie sind die Stadt Lebach und die Gemeinden Rehlingen-Siersburg, Saarwellingen, Schmelz, Überherrn und Wallerfangen. Sie gehören zu den am geringsten besiedelten Gemeinden des Landkreises, ihre Bevölkerungsdichte liegt unter 350 Einwohnern pro Quadratkilometer. Und gerade in weniger besiedelten Gemeinden wird es darauf ankommen, eine geeignete Infrastruktur für ältere Menschen aufzubauen.

Was wird in der Studie genau untersucht?

Weisweiler: Es geht um die medizinische Versorgung älterer Menschen vor Ort. Wie sind die Gesundheitsangebote, wie steht es etwa um die stationäre und ambulante medizinische Versorgung älterer Menschen? Natürlich berücksichtigen wir auch die Pflegeheime und Pflegestützpunkte. Spannend ist auch die Frage, wie häusliche Pflege organisiert wird. Es ist ein wenig wie ein Puzzle aus Angeboten, damit älteren Menschen das Leben erleichtert wird. Da suchen wir nach Alternativen, wie dem Modell der Gemeindeschwester.

Was erhoffen Sie sich von den Ergebnissen?

Weisweiler: Wir erhoffen uns einfach konkrete Handlungsanweisungen, wie dem Älterwerden der Bevölkerung, begegnet werden kann. Zunächst einmal geht es darum, die vorhandenen Versorgungsangebote und einzelnen Dienstleistungen für ältere Menschen im Landkreis Saarlouis genau zu erfassen. Dann werden die Daten ausgewertet, es werden Versorgungslücken und Best-Practice-Beispiele aufgezeigt. Mit den gewonnenen Daten könnte dann eine lokale mobile Versorgungsstruktur ausprobiert werden sollte. Wie diese Struktur dann endgültig aussähe, könnte erst nach Datenerhebung dargestellt werden. Denkbar wären mobile Versorgungsstrukturen auf ärztlicher Basis, Pflegeformen, Versorgung mit gesundheitlichen Produkten und so weiter. Und es wird untersucht, ob diese guten Beispiele auf andere Landkreise übertragbar sind. Danach entwickeln wir konkrete Empfehlungen, wie die Versorgungsstrukturen im Landkreis und auf Landesebene verbessert und besser vernetzt werden können. Ich rechne bis Ende des Jahres mit ersten Ergebnissen.

Meinung

Beispielhafter Landkreis?

Von SZ-RedakteurinDörte Grabbert

 Wie die Pflege im Kreis Saarlouis organisiert, ist ein Thema einer neuen Studie des Landes. Foto: dpa
Wie die Pflege im Kreis Saarlouis organisiert, ist ein Thema einer neuen Studie des Landes. Foto: dpa

Der Landkreis Saarlouis könnte in vielerlei Hinsicht beispielhaft für die anderen Kreise im Land werden. Nämlich dann, wenn die Studie, die das saarländische Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben hat, hier einige so genannte Best-Practice-Beispiele in puncto Infrastruktur für ältere Menschen findet. Es kann aber auch sein, dass große Löcher in deren Versorgung klaffen und die Kommunen hier ordentlich nacharbeiten müssen. Was auch immer dabei herauskommt - es wird hoffentlich erhellend.