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Lärm und Abgase stören Dorfidylle

Lärm und Abgase stören Dorfidylle

Täglich rollen schwere Sattelschlepper durch Felsberg und die lang gezogene Steigung zum Saargau hinauf. Viel zu viele seien das immer noch, kritisiert ein Leser aus Felsberg.

Nach Öffnung der B 269 neu müsste der Lkw-Verkehr durch Felsberg deutlich geringer sein, kritisiert Leser-Reporter Jörg Schönberger. Wirkliche Entlastung spüre man nur, wenn es Unfälle gebe und dann die B 269 alt gesperrt wird. "Warum müssen die Leute das denn ertragen?", fragt er als Felsberger. "Das sind Lärm und Abgase, und die alten Lothringer Bauernhäuser sind dafür gar nicht ausgelegt. Die gehen kaputt." Im Sommer 2015 schrieb er das Bundesministerium für Verkehr in Berlin wegen der Verkehrssituation in Felsberg an. Dieses meldete, nicht zuständig zu sein, und dass das Bundesland Hessen mit der Bearbeitung betraut sei. "Meines Erachtens ist es ein Trauerspiel, dass Berlin nicht mal die Gemeinden den Bundesländern zuordnen kann", wundert sich Schönberger. Denn hier wurde einfach das hessische Felsberg mit dem saarländischen verwechselt.

Auf Anfrage der SZ äußerte sich der Landesbetrieb für Straßenbau, LfS, zur Situation in Felsberg . "Seit der Einführung der Maut im Jahr 2005 nimmt die Verkehrsmenge auf der B 405/B 269 Saarlouis-Ittersdorf beständig ab", heißt es auf Grundlage offizieller Verkehrszählungen. Auf Bundesstraßen im Saarland liege die durchschnittliche tägliche Verkehrsmenge des Schwerlastverkehrs (Busse, Lkw ohne Anhänger und Lastzüge) bei 490 Fahrzeugen. Kurz vor Felsberg nahe dem Wiesenhof betrug der Schwerlastverkehr 2005 im täglichen Durchschnitt 422 Fahrzeuge, bei 10 334 Fahrzeugen insgesamt. 2010 zählte man 8766 Fahrzeuge bei 397 Schwerlastfahrzeugen. 2015 betrug die Zahl der Fahrzeuge 8589, davon 330 im Schwerlastverkehr . Daraus folgert der LfS, dass diese "Bundesstraße sowohl in der absoluten Betrachtung als auch beim Schwerlastaufkommen relativ betrachtet unterdurchschnittlich stark befahren" sei. Und "seit 2005 hat der Verkehr insgesamt um fast 17 Prozent abgenommen, der Schwerlastverkehr um fast 22 Prozent".

180 Lkw-Fahrer habe man 2008, drei Jahre nach Einführung der Maut, auf der B 405/B 269 befragt. Demnach werde die Strecke als Hauptverbindung und kürzeste Strecke aus dem Saarland in Richtung Thionville und Metz genutzt. Laut Routenplaner halbiert dies in etwa den Weg im Vergleich zur Fahrt über die B 269 neu. Eine solche Nutzung entspreche der gesetzlichen Bestimmung einer Bundesstraße, sagt der LfS. Für Mautausweichverkehr gebe es keine Anzeichen, insgesamt zeige sich eine rückläufige Verkehrsmenge.

Diese Entwicklung spiegele sich auch in der Verkehrszählung der Gemeinde Überherrn, sagte Bürgermeister Bernd Gillo auf SZ-Anfrage. Zwar werde das zweijährige Projekt erst Mitte des Jahres abgeschlossen, doch für Felsberg zeige sich insgesamt rückläufiger Verkehr.

Den Hinweis bekamen wir von Leser-Reporter Jörg Schönberger. Für Sprachnachrichten aufs Band nutzen Sie bitte die Nummer (06 81) 5 95 98 00 oder schicken Sie alles an unsere E-Mail-Adresse: leser-reporter@sol.de oder unser Onlineformular.

saarbruecker-zeitung.de/

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