Kita gGmbH wird zum Klimaschützer

Kita gGmbH wird zum Klimaschützer

Dillingen/Lebach. Energieberater Roland Engel ist beeindruckt: In der Turnhalle der Kindertagesstätte St. Marien und Hl. Dreifaltigkeit in Lebach ist es richtig kühl. "Wir heizen hier nur, wenn die Halle benutzt wird", berichtet Kita-Leiterin Bärbel Klein

Dillingen/Lebach. Energieberater Roland Engel ist beeindruckt: In der Turnhalle der Kindertagesstätte St. Marien und Hl. Dreifaltigkeit in Lebach ist es richtig kühl. "Wir heizen hier nur, wenn die Halle benutzt wird", berichtet Kita-Leiterin Bärbel Klein. Das freut den Energie-Profi vom Institut für Sozial- und Umweltforschung (Isuf) in Weiskirchen bei dem Rundgang durch die Kita am vergangenen Montag. Dort war er auf der Suche nach Potenzial für Energieeinsparungen.

So wie in Lebach ist Engel seit einem Jahr in zehn Einrichtungen der gGmbH mit Sitz in Dillingen unterwegs. Dazu gehören auch die Kitas Carl-Rudolf von Beulwitz in Nonnweiler, St. Mauritius in Tholey, St. Martin in Köllerbach, Heilig Kreuz in Saarbrücken, St. Stephan in Illingen, St. Marien in Ensdorf und St. Bonifatius in Überherrn. Sie dienen als Modell für das neue Energiesparkonzept.

Das große der Ziel der Kita gGmbH, sagt Geschäftsführer Rainer Borens, heißt Ressourcen und Klima schonen und nebenbei auch den Geldbeutel. Denn die Kosten für Strom, Wärme und Wasser betrugen für alle Einrichtungen im Jahr 2008 rund eine Million Euro, rechnet Patric Kany von der Kita gGmbH vor.

Kany hat das Projekt ins Leben gerufen. "Klimaschutz war mir immer ein Anliegen", beschreibt er seine Motivation. Deshalb sei die Kita gGmbH eher Überzeugungstäter als Pfennigfuchser. Das Isuf sei der geeignete Partner, da es seit 20 Jahren Kommunen und Landkreise im Energiemanagement berät.

Einen ersten Klimaschutzbericht hat das Isuf bereits erstellt. Dazu wurde zunächst der tatsächliche Energieverbrauch unter die Lupe genommen. In einem zweiten Schritt wird jetzt ermittelt, wo und wie Energie gespart werden kann - sei es durch geändertes Nutzungsverhalten, kleine Investitionen oder größere Baumaßnahmen.

Die Kita gGmbH macht dabei nicht an der eigenen Haustür halten. Als nächster Punkt auf der Tagesordnung steht deshalb nach Angaben von Kany, Überzeugungsarbeit zu leisten. Da sind zum einen die Bauträger, die größere Investitionen in die Gebäude finanzieren müssen. Außerdem sollen die Kinder und Mitarbeiter dazu angespornt werden, selber Energie zu sparen. Letzteres sei leicht. Kany: "Die Mitarbeiter machen super mit."

Doch trotz des vorbildlichen Verhaltens findet Roland Engel auch in Lebach Schwachstellen. Vor allem im Heizungskeller. Der Regler ist hier auf 23 Grad Celsius eingestellt. Nachts und an Wochenenden werden die Räume mit 20 Grad beheizt. Die Frostgrenze liegt bei 15 Grad. Engels Fazit: "Das ist viel zu hoch." Bis zu 20 Prozent Energie könnten bei richtiger Einstellung allein hier gespart werden.

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