Reiten: Höchstleistungen auch mit Handicap

Reiten : Höchstleistungen auch mit Handicap

Auf dem Linslerhof gingen behinderte und nicht behinderte Reiter bei einem hochkarätigen Dressurturnier an den Start.

Balance, Harmonie, Perfektion und Vertrauen zwischen Pferd und Reiter waren die Basiszutaten des ARC Dressurfestivals in Überherrn. An insgesamt vier Tagen stellten die Teilnehmer Sport auf höchstem Leistungsniveau vor. Bereits zum neunten Mal richtete der Akademische Reitclub an der Universität des Saarlandes sein Dressurfestival auf dem Linslerhof aus. Dabei traten traditionell auch Top-Reiter mit Handicap in speziellen Prüfungen an. Bei den Para-Reitern waren Vertreter aus insgesamt neun Nationen am Start, darunter aus Brasilien, Frankreich, Japan und Singapur. Und das bei Prüfungen auf Drei-Sterne-Niveau. Das kombinierte Festival aus Liebe zum Dressursport – ob mit oder ohne Handicap – machte deutlich, wie essentiell die vertrauensvolle Reiter-Pferd-Verbindung für den sportlichen Erfolg ist.

In 15 Prüfungen konnten die Para-Reiter, die je nach Grad ihres Handicaps in verschiedene Stufen von I bis V, eingeteilt sind, Spitzenleistungen unter Beweis stellen. Besonders eindrucksvoll waren die Kür-Darbietungen, die volle Konzentration und Taktgefühl von Pferd und Reiter erforderten. Zum Internationalen Para-Equestrian-Turnier (CPEDI) hatten sich insgesamt rund 50 Teilnehmer angemeldet. Dabei ging es für ausgewählte Starter auch darum, sich ein Ticket für den Start bei den Europameisterschaften in Göteborg vom 21. bis 27. August zu sichern. Nach den eindrucksvollen Darbietungen auf dem Linslerhof wurden am Folgetag die Nominierungen bekannt gegeben: Elke Philipp (Grade I), Alina Rosenberg (Grade II), Claudia Schmidt (Grade III) und Steffen Zeibig (Grade III).

Höhepunkt bei den Regelreitern war am Sonntag die Grand Prix Kür, der Preis der Ursapharm – eine Dressurprüfung der Klasse S***. Hier konnte der Luxemburger Sascha Schulz mit seinen Pferden Luizao und Don Tignanello gleich zweimal überzeugen: Er belegte Platz eins und zwei mit den Wertnoten 72,54 und 71,8. Zur großen Freude der heimischen Fans konnte sich der dreifache Weltmeister der jungen Dressurpferde, Rapp-Hengst Sezuan vom Gestüt Peterhof, mit seiner Reiterin Dorothee Schneider in der Dressurprüfung der Klasse S* beweisen: Mit beeindruckenden 76,9 Prozent holte er den Sieg.

Turnierleiter Jan Holger Holt-
schmit zeigte sich nach dem Turnier sehr zufrieden: „Wir hatten großes Glück mit dem Wetter. Und wir freuen uns über den großen Zuspruch im Para-Bereich: Mit mehr als 50 Teilnehmern, ist das Dressurfestival eines der stärksten Para-Turniere weltweit.“