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Historisch miteinander verbundenFestzug führt zum Europa-Denkmal

Überherrn/L'Hôpital. Die erste deutsch-französische Städtepartnerschaft knüpften 1950 Ludwigsburg und Montbéliard. Da war Überherrn noch Teil eines autonomen Saarlandes in französischer Währungsunion. 18 Jahre später, am 25 Von SZ-Mitarbeiter Johannes A. Bodwing

Überherrn/L'Hôpital. Die erste deutsch-französische Städtepartnerschaft knüpften 1950 Ludwigsburg und Montbéliard. Da war Überherrn noch Teil eines autonomen Saarlandes in französischer Währungsunion. 18 Jahre später, am 25. August 1968, schloss der damals eigenständige Grenzort unter Bürgermeister Josef Ley eine Partnerschaft mit dem rund zehn Kilometer jenseits der Grenze gelegenen L'Hôpital unter Maire Albert Mutz. Sie gilt als eine der ältesten Partnerschaften zwischen einer saarländischen und einer lothringischen Kommune. Die Gebietsreform von 1974 machte Überherrn zum Zentrum der gleichnamigen Grenzgemeinde. Auf sie wurde 1978 auch die Partnerschaft mit L'Hôpital übertragen. "Wir sind historisch verbunden", sagt der Überherrner Bürgermeister Thomas Burg. Denn L'Hôpital gehörte früher zur Grafschaft Nassau-Saarbrücken. An die gemeinsame Industriegeschichte erinnert der Beigeordnete Nikolaus Hennrich. So war die Grube in La Houve lange Zeit Arbeitsplatz für Bergarbeiter aus dem saarländischen Grenzraum. "Mit der Straßenbahn sind die rübergefahren", weiß Heinrich noch. Früher mit dem Rad, oder sie gingen sogar zu Fuß. Dazu komme ein gemeinsamer Kulturraum mit dem Moselfränkischen als Sprache, ergänzt Marie-Kathrin Riotte, Vorsitzende des "Förderkreis Partnerschaft". "Das Schöne an dieser Partnerschaft ist", betont Burg, "die familiäre Verbundenheit über die Grenze hinweg, die oft eine Nahtstelle zwischen Krieg und Frieden war." Solche Kontakte verringerten die Distanz zwischen den Menschen.Drei Säulen habe die Partnerschaft Überherrn-L'Hôpital, so Burg. Die Gründung 1968, die Übertragung auf die heutige Gemeinde Überherrn beim zehnjährigen Jubiläum 1978, und schließlich 1993 die Gründung des "Förderkreis Partnerschaft". Eine solche Partnerschaft "ist auch Arbeit", macht Burg deutlich. Zumal mit dem Schengenabkommen Mitte der 90er Jahre die Grenzübergänge weggefallen sind. Deshalb seien dauerhaft tragfähige Strukturen so wichtig, die vor allem Vereine und Einrichtungen aufrecht hielten. Die Feier zum 40. Jahr der Partnerschaft Überherrn-L'Hôpital wird von der Gemeinde Überherrn und dem "Förderkreis Partnerschaft" veranstaltet. Bürgermeister Thomas Burg bezeichnete sie als Dankeschön an alle, die Verbindungen zu Ortschaften in Lothringen schaffen und aufrecht halten.Überherrn. Das Jubiläums-Programm 40 Jahre Partnerschaft Überherrn-L'Hôpital geht in Überherrn weiter, nachdem bereits in L'Hôpital gefeiert wurde: Der zweite offizielle Festakt zur Partnerschaft findet am morgigen Freitag, 29.August, um 19 Uhr im Kulturhaus Überherrn statt. Männergesangvereine beider Kommunen gestalten das Programm mit den Überherrner Musikanten. Unter anderen sind eingeladen: L'Hôpitals Bürgermeister Gilbert Weber, Karl Rauber, Minister für Bundes- und Europa-Angelegenheiten, Jo Leinen vom Europäischen Parlament, Richard Nospers vom Saarländischen Städte- und Gemeindetag, Landrätin Monika Bachmann und Ortsvorsteher Dietmar Berrar. Eine Bilderschau zeigt die Chronologie der Partnerschaft. Schon ab zehn Uhr beginnt am 29. August der "Tag der Kleinen Europäer". Eine Sternwanderung von Kindergärten und Schulen führt zum Europa-Denkmal in Berus und zu einem bunten Programm. Eine Jubiläumswanderung am Samstag, 30. August, vom Wasserturm in L'Hôpital zur Grenze bei Creutzwald ist bereits ausgebucht. Mit dem Bus geht es nach Berviller en Moselle mit Kirchenbesichtigung und anschließender Wanderung über den alten Grenzweg. Die Tour endet am Europa-Denkmal. Von 15 bis 17 Uhr laden dort die Beruser Ortsvereine zu Kaffee und Kuchen sowie Gegrilltem. Ein Akkordeonspieler sorgt für den musikalischen Rahmen. Großes Kino am Europa-Denkmal ist für Samstagabend angesagt. "Herr der Ringe - Die Gefährten" beginnt dort um 21.30 Uhr. Ab 19 Uhr spielt die Rhythm-&-Brass-Formation "Fahrenheit". Der Eintritt ist frei, bei Regenwetter findet die Vorführung im Festzelt statt. Die Feier am Sonntag, 31. August, eröffnet ein deutsch-französischer Dankgottesdienst in der Pfarrkirche Berus. Anschließend führt ein Festzug zum Europa-Denkmal sowie zu Frühschoppen und Mittagessen. Ab 14 Uhr steht ein Kindernachmittag auf dem Programm mit Zirkus-AG und dem Zauberer Maxim Maurice. Von 17 bis 19 Uhr klingt die 40-Jahr-Feier aus, mit Nationalhymnen, der Europa-Hymne und einer Überraschung. az