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Helfen, wo Hilfe am nötigsten ist

Helfen, wo Hilfe am nötigsten ist

Sie gewann im Jahr 2011 wegen ihres Einsatzes für alte Menschen den Titel des Jahressiegers bei der SZ-Aktion „Saarlands Beste“. Einmal im Jahr lädt Inge Kupplich, die Inhaberin des Landgasthauses Eschweilerhof, Senioren aus den Altenheimen der Umgebung in ihr Lokal ein, um sie auf eigene Kosten zu bewirten.

Was man von den Alten lernen kann? Geduld, Durchhaltevermögen, aber vor allem Lebensfreude und Erzählkultur, davon ist Inge Kupplich überzeugt. Für die Gasthausbesitzerin sind alte Menschen lebendige Geschichtsbücher und große Erzähler ihrer eigenen Geschichte. "Von den Alten kann man unglaublich viel lernen. Aber es geht auch nicht darum, etwas zu lernen, denn schließlich ist man hier nicht in einem Seminar, sondern an einem Ort der Begegnung."

Und damit sich Jung und Alt, aber auch die Alten untereinander begegnen, dafür setzt sich Inge Kupplich ein. Einmal im Jahr lädt sie die Bewohner der Seniorenheime der Umgebung auf eigene Kosten zu sich ins "Landgasthaus Eschweilerhof" ein. Die Veranstaltung heißt "Wir für Euch", weil an diesem Tag die Dankbarkeit gegenüber der Eltern- und Großelterngeneration zum Ausdruck kommen soll.

Nicht nur bei der Bewirtung legt Kupplich selbst Hand an, sondern sie geht auch mit dem Akkordeon durch die Tischreihen, um für Stimmung zu sorgen. Engagiert werden zudem Bands und Musikvereine. Die Zahl der Senioren, die das immer im Sommer stattfindende "Wir für Euch"-Fest besuchten, nehme stetig zu, sagt Kupplich. Im vergangenen Jahr besuchten demnach 187 Gäste die Festveranstaltung. "Wenn ich in Neunkirchen bin, werde ich häufig von älteren Menschen angesprochen, die fragen, ob sie nächstes Jahr wieder kommen dürften. Was sie natürlich dürfen", sagt Kupplich. Auch auf ihren Sieg bei "Saarlands Beste" werde sie oft auf der Straße angesprochen. Für sie selbst sei der Preis eine große Wertschätzung gewesen, allerdings keine Motivation, denn sie kümmere sich so oder so um die Alten.

Dass einmal im Jahr "Wir für Euch" stattfindet und sich die Alten und Jungen in ihrer Gaststätte begegneten, darum kümmere sie sich, solange es ihre Kräfte erlaubten, sagt Kupplich. Und es gehöre gar nicht viel dazu, die Senioren glücklich zu machen. "Ein bisschen Betreuung, ein bisschen Gespräch und ein paar gute Worte" genügten häufig. Man könne dann schnell erkennen, dass die älteren Leute das Lachen nicht verloren hätten, sondern dass dieses Lachen vorher nur ein bisschen zugedeckt gewesen sei, sagt Inge Kupplich - und lächelt.