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Großer Erfolg für die Reittherapie

Großer Erfolg für die Reittherapie

Mehr als vier Jahre ist es her, dass Petra Jenal den „Förderverein Ehrensache – Therapeutisches Reiten für behinderte Menschen“ gründete. Seitdem fand sie viele Mitstreiter. Nun wird der große Traum, eine eigene Reithalle, in Altforweiler Wirklichkeit.

Als Petra Jenal im April 2010 einen Verein gründete, ahnte sie noch nicht, welchen Stein sie da ins Rollen brachte. 130 Mitglieder hat der "Förderverein Ehrensache - Therapeutisches Reiten für behinderte Menschen" heute, immer mehr Anfragen und sehr viele Unterstützer, die gespendet haben, um den Bau einer Reithalle in Altforweiler zu ermöglichen. "Denn die regelmäßige Therapie ist nur möglich, wenn wir vom Wetter unabhängig sind", schildert Jenal.

Seit 15 Jahren reitet die Ensdorferin selbst, und als sie im Fernsehen einen Bericht über Reittherapie sah, beschloss sie, sich mit anderen ehrenamtlich dafür einzusetzen. "Ich habe gleich gewusst: Da sind viele Anschaffungen nötig, das schaffen wir nur mit Spenden , also müssen wir ein gemeinnütziger Verein werden."

Ein Glücksfall war es dann, dass Jenal und der Tierarzt Andreas Rupp zusammenfanden. Rupp gründete 1993 die Tierklinik Altforweiler. "Therapeutisches Reiten anzubieten war schon damals mein Gedanke", erzählt Rupp. "Und als ich gesehen habe, was Frau Jenal auf die Beine gestellt hat, habe ich das gerne unterstützt. Da ist etwas gewachsen, es ist eine richtig schöne Gemeinschaft." Er stellte unter anderem dem Verein das Grundstück kostenfrei zur Verfügung. Rund 180 000 Euro kostete der Bau bisher, finanziert komplett durch Spenden .

Über 60 Kinder und Jugendliche aus dem ganzen Saarland nutzen derzeit die Hippotherapie. "Und wir haben noch jede Menge in der Warteschleife", fügt Jenal hinzu. Fünf Reittherapeutinnen und sechs Pferde arbeiten täglich mit Kindern, die körperlich und geistig eingeschränkt sind. Die Handicaps reichen von spastischen Lähmungen über Down-Syndrom oder Autismus bis hin zu Depressionen. "Es ist einfach schön, wenn man die Erfolge sieht, und welchen Spaß die Kinder hier haben", meint Rupp. Die Patienten zahlen 23 Euro pro Reitstunde - kein besonders hoher Preis, weiß Jenal. "Aber die Eltern behinderter Kinder sind vielfach belastet. Wenn die das Geld nicht aufbringen können, hilft der Verein auch aus."

Unermüdlich sammelte die Vereinsgründerin Spenden , bis im Dezember 2013 tatsächlich der Bau beginnen konnte. Mit Unterstützung zahlreicher Helfer und vieler lokaler Firmen, die unentgeltlich arbeiteten, ist der große Traum des Vereins und der Kinder wahr geworden: Am Samstag, 5. Juli, um 14 Uhr, wird die 40 mal 20 Meter große, luftige Reithalle mit einem Fest eröffnet und eingesegnet. Die Besucher erwartet ein großes Rahmenprogramm mit Musik, Ponyreiten und dem Überraschungsgast Detlef Schönauer.

"Dieses Projekt hat mir gezeigt, dass es doch viele Menschen gibt, denen es nicht egal ist, was um sie herum passiert", sagt Jenal. "Das Fest ist für mich ein Tag, um Danke zu sagen." Auch Rupp schließt sich an: "Es ist einfach faszinierend, wie viele Menschen sich hier engagiert haben. Das ist eine sehr positive Erfahrung!"