Große, kleine Playmobil-Welt

Bei der ersten Playmobil-Ausstellung im Saarland gab es für kleine und große Kinder viele Details zu bewundern. Michael Diehl, Initiator der Ausstellung, hat seine Leidenschaft an seine Söhne weitervererbt.

Immer wieder lässt die vierjährige Lina den Aufzug im Playmobil-Supermarkt hoch und runter fahren. Dann entdeckt sie die Karotten aus Plastik. "Mama, schau mal, Gemüse", ruft das Mädchen. Doch ihre Eltern stehen schon an der Feuerwache und begutachten die vielen Details, die in den Fahrzeugen versteckt sind. "Wir haben von der Ausstellung im Internet erfahren und dachten, schauen wir mal vorbei", erklärt Papa Mario Winter. "Ich hätte nicht gedacht, dass die Ausstellung gerade für die großen Kinder wie mich so interessant ist." Die vielen verschiedenen Fahrzeuge fand die Familie spannend. "Allerdings hätten wir uns schon ein wenig mehr von der Aufmachung erwartet", meint Maria Winter.

Für die hatten Opa Anton und Enkel Laurin Maier aus Merzig wenig Augen, sie betrachteten ganz intensiv die Playmobil-Leitstelle des THW Freisen, nachgebaut von Philipp Becker, und suchten nach den versteckten Details, nach denen auf dem Fragebogen der Playmobil-Rallye gesucht war. "Ich habe selbst auch viel Playmobil, die Polizeistation, ein Feuerwehrauto und eine ganze Wildnis-Kiste", erzählt der elf Jahre alte Laurin. Seine sechsjährige Schwester Kaja bewundert derweil das Prunkstück der Ausstellung, das auf einer Fläche von 17 mal zwei Metern auf der Bühne des Kulturhauses in Überherrn aufgebaut war. Wie Michael Diehl , Initiator der ersten saarländischen Playmobil-Ausstellung erläutert, stellt es einen Deichbruch dar, "und zwar so realistisch wie möglich". Ein Beweis: "Schauen sie in die Container, dort haben wir sogar eine richtige Küche zur Versorgung aufgebaut", sagt er.

Seine Leidenschaft zum Modellbau lebt der Vater von zwei Söhnen schon lange aus, allerdings mit den eher klassischen Modellautos im Maßstab 1:87. Diese Freude am Basteln hat er auch an den älteren Sohn, den 17-jährigen Jean-Marc weitergegeben. Als dann allerdings Nesthäkchen Jean-Michel mitmischen wollte, kam Papa Michael die rettende Idee mit den robusteren Playmobil-Fahrzeugen. Sehr schnell rückten diese Modelle, die mit einem Maßstab von 1:22,5 daherkommen, bei Familie Diehl in den Mittelpunkt, erste Fahrzeuge wurden als "Blaulichtmodelle" umgebaut.

Insgesamt, verrät Diehl , hat er 158 000 Modellautos zusammengetragen; ans Aufhören denken er und seine Söhne jedoch nicht. Denn noch ist der Nachbau des Straßenbahnunfalls von Karlsruhe nicht fertig, erklärt der Vater.