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Gemeinderat
Überherrn hat nun weniger Kreditschulden

Überherrn. Von Johannes Bodwing

„Das ist seit 20 Jahren der beste Abschluss, den wir gemacht haben“, freute sich Bürgermeister Bernd Gillo in der jüngsten Gemeinderatssitzung. „Wir haben nur noch 16,9 Millionen Netto-Liquiditätskredite und nicht mehr
20 Millionen Netto-Liquiditätskredite.“ Die Jahresrechnung von 2017 schloss zum 31. Dezember beim Ist-Ergebnis mit einem Fehlbetrag von insgesamt 6121,02 Euro ab. Um dieses Minus wird die Allgemeine Rücklage vermindert, beschloss der Rat einstimmig. Diese Rücklage lag zum 31. Dezember 2016 bei 20,38 Millionen. Mit dem geprüften und genehmigten Jahresabschluss 2017 waren es zum 31. Dezember 2017 noch 20,375 Millionen Euro. Die Gesamtverschuldung der Gemeinde hingegen lag Ende 2016 bei 26,1 Millionen Euro. Ein Jahr später waren es 26,4 Millionen Euro.


In vielen Bereichen konnte die Gemeinde Verbesserungen erzielen. Unter anderen mit einem Plus von 567 000 Euro bei den Steuern. Dort stiegen die Gewerbesteuern um 381 000 Euro an, die Grundsteuern um 97 000 Euro. Verwarnungsgelder bei der Verkehrsüberwachung brachten zusätzlich 133 000 Euro in die Gemeindekasse. An Zuwendungen waren es 2017 rund 443 000 Euro mehr, davon kamen 282 000 Euro aus dem Kommunalen Entlastungsfonds des Landes. Auf der anderen Seite konnten 2017 etwa 940 000 Euro eingespart werden. Beispielsweise 688 000 Euro bei den Sach- und Dienstleistungen.

Für die erfolgreiche Finanzarbeit entlastete der Rat sowohl Bürgermeister Gillo als auch zwei Beigeordnete einstimmig. Auf die Frage, ob dieser Kurs auch weiterhin fortgesetzt werden könne, antwortete Bürgermeister Gillo: „Die Gemeinde kann so gut wie es nur geht wirtschaften, aber mit den jetzigen Gemeindefinanzierungsmöglichkeiten wird es nicht gelingen, die Kredite auf Null zu fahren.“ Dazu müssten sich noch viele Faktoren bei der Haushaltsgestaltung der Gemeinde ändern.



Ein ganz wichtiger Punkt sei eine andere Gestaltung der Kreisumlage. Beispielsweise indem die zu leistenden Sozialbeiträge aus der Kreisumlage vom Bund übernommen werden. „Die gesamte Struktur müsste geändert werden“, teilte Gillo mit.

Als positive Folgen für die Einwohner führe dies dann schließlich  wieder zu mehr Investitionen in der eigenen Gemeinde, zu notwendigen Sanierungsmaßnahmen und zu Neubauten. „Die Kommune hätte dann einen viel größeren Spielraum, um mehr zu gestalten und nicht nur zu verwalten und zu reparieren.“