Gemeinde Bous sorgt sich um Sicherheit

Gemeinde Bous sorgt sich um Sicherheit

Bous. Die Polizeiinspektion Bous gehört ebenso wie Dillingen zu einer der neun Inspektionen im Land, die künftig keinen Ersatz mehr für pensionierte Beamte bekommen sollen (wir berichteten). So jedenfalls sehen es Pläne der internen Arbeitsgruppe "Polizei 2020" des saarländischen Innenministeriums vor

Bous. Die Polizeiinspektion Bous gehört ebenso wie Dillingen zu einer der neun Inspektionen im Land, die künftig keinen Ersatz mehr für pensionierte Beamte bekommen sollen (wir berichteten). So jedenfalls sehen es Pläne der internen Arbeitsgruppe "Polizei 2020" des saarländischen Innenministeriums vor. Das kann zur Folge haben, dass die Bouser Polizeiwache nachts nicht mehr besetzt wird. Eventuelle Einsätze müssten dann die Polizei in Saarlouis und Völklingen übernehmen.Die Pläne bereiten Stefan Louis, Bürgermeister der Gemeinde Bous, Sorgen. Der Verwaltungschef: "Bei uns gab es in der Vergangenheit verstärkt Einbrüche. Deshalb gibt es zumindest ein hohes subjektives Unsicherheitsempfinden in der Gemeinde." Es sei aufgrund der Einbrüche sogar noch mehr Polizeipräsenz im Gespräch gewesen. "Doch die Personalstärke reicht dafür bereits jetzt nicht aus", berichtet Louis. Ähnlich sieht es auch die CDU-Fraktion im Gemeinderat Bous. Fraktionschef Jan Meyer gibt zu bedenken, dass "gerade die Polizeiinspektion Bous sich immer wieder durch Ermittlungserfolge auszeichnet, wie vor Kurzem bei der Festsetzung einer großen Diebesbande". Auch wenn das Land sparen müsse, sagt Meyer weiter, "so ist das für die Sicherheit und Ordnung in unserem Land nicht hinnehmbar".

Die Pläne könnten nach Ansicht von Bürgermeister Louis auch Auswirkungen auf die gute Zusammenarbeit mit der Polizei haben. Als Beispiel nennt er das gemeinsame Sicherheitskonzept für das Bouser Oktoberfest, das es seit drei Jahren gibt. Louis: "Seitdem gibt es viel weniger Vorfälle auf dem Fest."

Akuten Grund zur Sorge gibt es nach Ansicht von Jürgen Becker, Chef der Polizeiinspektion Bous, derzeit jedoch noch nicht. Becker: "Das sind erst einmal nur Pläne, die noch diskutiert werden." Auch werde es weiter einen Kriminaldienst in Bous geben, der künftig nachbesetzt werden würde. Eines sei aber klar: "Wenn die Vorschläge so durchgesetzt werden, dann wäre die Dienststelle in Bous im Jahr 2020 wohl nur noch halb so groß." Und das bei einem der nach Quadratmetern größten Zuständigkeitsbereiche im Land mit den Gemeinden Bous, Ensdorf, Schwalbach, Wadgassen und Überherrn.

Ist die Polizeiinspektion in Bous auch künftig noch 24 Stunden besetzt? Fotos: Seeber.

Nach den Sommerferien wollen sich die Bürgermeister der Gemeinden Bous, Schwalbach und Ensdorf zunächst mit dem Bouser Polizeichef Jürgen Becker beraten. "Wir werden das Angebot des Innenministeriums, dass ein Vertreter der Arbeitsgruppe in die Kommunen kommt und Anregungen aufnimmt, gerne annehmen", ergänzt Bürgermeister Stefan Louis. Auch kreisweit soll es Treffen aller Bürgermeister zu dem Thema geben.