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Gemalte Emotionen, filigrane Skulpturen

Gemalte Emotionen, filigrane Skulpturen

Es ist eine gemeinsame Gruppen-Ausstellung von Skulpturen und Gemälden in Fischers „Art-Garten“: Am Wochenende stellen 16 Bildhauerinnen und Bildhauer und die Lothringer Malerin Anne-Nathalie Egloff im Garten des Überherrner Künstlers Gerhard Fischer ihre Werke aus.

Der Garten der Familie Fischer in Überherrn ist groß, mit kleinen Ecken und lauschigen Winkeln, grün mit viel Wiese und Bäumen, aber auch bunten Blumen, alt mit Obstbäumen, an denen Generationen Freude hatten, jung mit frischen Kräutern und Gemüse, wild auch, doch wohl geordnet. Kurzum: Dieser Garten vereint Gegensätze zu einem harmonischen Ganzen - der ideale Platz, um sich künstlerisch inspirieren zu lassen.

Das tut Gerhard Fischer seit Jahren. Er selbst ist Bildhauer und leitet auch Kurse für andere. Bereits seit 2006 lädt er zusammen mit seiner Frau Ursula, die stets für leckeren Kuchen und Kaffee und eine warmherzige Atmosphäre sorgt, einmal im Jahr zu einer Ausstellung in seinen Garten ein. Das ist jetzt wieder am Wochenende, 20. und 21. Mai. Dann ist der "Art-Garten" von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Titel: "Ausdruck finden - Eindruck schaffen".

Die da Eindruck machen wollen, stellen sich so vor: "Wir sind Kursteilnehmer und Kursteilnehmerinnen, die sich auf die Suche nach der idealen Form begeben haben. Die Ergebnisse zeigen wir nun im Rahmen einer gemeinsamen Ausstellung." Zu der Gruppe gehören Männer und Frauen im Alter von 16 bis 75 Jahren aus dem ganzen Saarland mit den unterschiedlichsten Berufen. Sie zeigen 40 Skulpturen.

Frappierend gut passen dazu die Ölgemälde von Anne-Nathalie Egloff. Die Malerin kommt aus dem etwa 30 Kilometer entfernten Kerbach zwischen Forbach und Saargemünd. Ihre Bilder sind ungegenständlich, mit fließenden Linien, fein abgestimmten Farbnuancen, sanften Übergängen und einer insgesamt warmen Anmutung. "Es sind meine Emotionen, die ich male", erklärt Egloff. Ihre Bilder wirken so unverkrampft wie sie selbst. Die Skulpturen sind aus Speckstein gehauen, geduldig geschmirgelt und kunstvoll poliert. Jede und jeder legt etwas ganz eigenes von sich in das Kunstwerk hinein; mehr noch: Auch in der Art der Herangehensweise und Bearbeitung steckt etwas Persönliches. Fischer macht darauf aufmerksam: "Wie einer den Stein mit bearbeitet, so ein Mensch ist er. Daran erkennt man Charakterzüge. Es gibt Leute, die in den Stein reinspüren können."

Es lässt sich erahnen, dass für die Menschen, die ja alle einen anderen Alltag haben, die Steinbearbeitung zugleich auch Arbeit an sich selbst ist. Die verschiedenen Aspekte dafür sind: Das Erlernen von handwerklichen Techniken und Fertigkeiten, der Umgang mit den passenden Werkzeugen, die Rücksicht auf die natürlichen Gegebenheiten eines Steins (Farben, Marmorierung, Einschlüsse und mehr) und nicht zuletzt die je einzelne, in der Gruppe aber auch eben gemeinsame Anstrengung, etwas Schönes zu schaffen. Und dazu kommt die Ahnung von Gerhard Fischer als einem einfühlsamen Lehrer, der mit seinen Teilnehmern so ähnlich umgeht wie mit seinem Garten: Erkennend, was von selbst gedeiht und was Begleitung braucht.

Zum Thema:

Diese Künstler stellen ihre Arbeiten aus In Überherrn, Bahnstraße 21, stellen am 20./21. Mai aus: Nina Schröter, Sophie Phillipi, Caroline Ostien, Isabella Schuler, Jörg Krause, Heike Hellenthal, Ellie Venner, Uli Gräff, Detlef Rieder, Bruno Klein, Anne Biegel, Nadine Dillinger, Klaus Kessler, Stephanie Abt, Norbert Weber, Alfons Mathieu. Ölgemälde von Anne-Nathalie Egloff aus Kerbach (Lothringen).