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Rathausstraße monatelang gesperrt
EVS informiert über Arbeiten in Überherrn

Überherrn. Ein 300 Meter langer Staukanal soll bei Starkregen das Kanalnetz entlasten. Für den Bau wird die Rathausstraße monatelang gesperrt. Von Alexandra Broeren

(red) Zu einer großen Informationsveranstaltung über die geplanten Kanalarbeiten in Überherrn hatte der Entsorgungsverband Saar (EVS) für Montag ins Überherrner Kulturhaus eingeladen.


Mit insgesamt vier neuen Drosselschächten und einem neuen Staukanal soll die Entsorgung des Regenwassers zukünftig auch bei Starkregen besser gewährleistet sein. Baubeginn war im Februar. Zwei der neuen Schächte sind bereits fertig: ein Schacht in der Palisadenstraße vor der Firma Heinen und ein Schacht für die Wohnstadt, auf dem Gelände der Firma Mosolf.

Der Bau des dritten Schachtes in der Hauptstraße vor der Firma Lidl verzögert sich für einige Zeit, da die Telekom genau an dieser Stelle das neue Breitbandkabel verlegt hat und dieses erst neu verlegen muss. In den neuen Drosselschächten wird das Wasser bei Regen zunächst gesammelt und dann langsam in die Klärgrube abgegeben, um das System nicht zu überlasten. Wenn der Schacht komplett gefüllt ist, also das Schmutzwasser mit sauberem Regenwasser stark verdünnt ist, wird das nur noch leicht verunreinigte Regenwasser direkt in die Bist abgeführt. Der Verschmutzungsgrad des Überlaufwassers sei dann so gering, dass Verschmutzungen und Schadstoffe durch die Selbstreinigungsfähigkeit des Baches leicht abgebaut werden könnten, erläuterte EVS-Geschäftsführer Georg Jungmann.



Rund 300 Meter lang soll der neue Staukanal entlang der Bistener Rathausstraße werden. Dieser soll, wenn er fertig ist, runde 350 Kubikmeter Regenwasser aufnehmen können und damit das Kanalsystem bei Starkregen vor einer Überlastung schützen. Auch der bisher vorhandene Notüberlauf in der Etzelstraße wird durch ein modernes Regenüberlaufbecken ersetzt. Der bislang offene Ablaufgraben des Notbeckens bekommt ein Rohr bis zur Bist, damit´s nicht mehr riecht.

Die Bauarbeiten können begonnen werden, sobald die aktuelle Lage von Gas-, Wasser-, Strom- und Telefonleitungen geklärt ist, so die Projektleiterin Beate Junk. Mit der Fertigstellung rechnet sie im Frühjahr 2020.

Zweimal muss im Laufe der Bauarbeiten die Rathausstraße gesperrt werden. Einmal für zirka vier Wochen im oberen Bereich halbseitig, das zweite Mal wird für zirka zwei bis drei Monate eine Vollsperrung erfolgen müssen. Der Verkehr soll dann über die Mertener Straße umgeleitet werden, so Junk. Anschließend sollen wieder Bäume angepflanzt werden und das Gebiet mit regionalem Saatgut wieder begrünt werden. Die Gesamtkosten für die skizzierten Baumaßnahmen gibt der EVS mit rund 2,2 Millionen Euro an.

Eine Frage konnte sich Überherrns Beigeordneter Vincent Winter (CDU) allerdings nicht verkneifen. „Wenn ich an die Breibandkabel denke, die jetzt verlegt werden müssen, dann stellt sich mir die Frage: Wer hat hier gepennt?“ Darauf mochte EVS-Chef Jungmann nicht gerne antworten, räumte jedoch ein, dass die Kommunikation mit der Telekom oft „ziemlich schwierig“ sei.

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