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Enshin-Karate: Körpertreffer sind erlaubt

Enshin-Karate: Körpertreffer sind erlaubt

An diesem Sonntag werden in der Adolf-Collet-Halle in Bisten die deutschen Meister im Enshin-Karate ermittelt. Ausrichter der Titelkämpfe im Vollkontakt-Karate ist der Verein Kempo Kai Überherrn.

Enshin-Karate ist eine waffenlose Methode der Selbstverteidigung, bei der Karate-, Judo- und Ju-Jutsu-Elemente zum Einsatz kommen. Wer die besten Enshin-Kämpfer Deutschlands in Aktion sehen und erleben will, wie sie die Kraft des Angreifers direkt und ohne großen Kraftaufwand gegen ihn selbst einsetzen, sollte an diesem Sonntag in Bisten vorbeischauen. Bei der deutschen Meisterschaft im Vollkontakt-Karate wird es in der Adolf-Collet-Halle zur Sache gehen.

Im Unterschied zum klassischen Karate sind bei der "German Sabaki Challenge" volle Körpertreffer erlaubt. "Und gewollt. Beim normalen Karate wird kurz vorher abgestoppt. Wir kämpfen Vollkontakt", erklärt Christian Leinenbach. Sein Verein Kempo Kai Überherrn richtet die Titelkämpfe aus, an denen 60 Karateka teilnehmen werden. "Enshin ist eine Mischung aus Karate , Ju-Jutsu und Judo . Auch Würfe sind erlaubt. Das ist das Besondere daran", sagt der Vorsitzende des Überherrner Dojos.

Um 10 Uhr ertönt am Sonntag der erste Kampfschrei. Nach der Vorrunde ermitteln Kinder und Schüler ab 12 Uhr ihre Meister. Ab 13.30 Uhr gehen Jugendliche und Erwachsene auf die Matte - die Besten kämpfen ab 16 Uhr in der Endrunde um die vorderen Platzierungen. Aussichtreichste Titelkandidaten schickt das Enshin Dojo Freiburg ins Rennen. Die Karate-Hochburg brachte schon mehrere Welt- und Europameister hervor.

Entwickelt wurde die noch junge Kampfkunst 1988 vom japanischen Großmeister Kancho Joko Ninomiya. Enshin bedeutet "innerer Kreis". Die Kampf-Strategie nennt sich Sabaki. Sie ermöglicht es, die Energie des Gegners mittels kreisförmiger Bewegungen gegen ihn selbst einzusetzen. Eine Verteidigung wird sofort in einen Angriff umgewandelt.

Technik spielt bei Enshin-Karate eine wichtige Rolle. Bei sauberer Ausführung der Schläge, Tritte und Griffe können körperlich schwächere gegen stärkere Gegner gewinnen.

WM-Starter Marius Max kämpft für das Dojo Überherrn in der mit Schwarzgurten gespickten Männer-Konkurrenz. Die größten Titelchancen rechnet sich der Ausrichter aber im Wettbewerb der Frauen aus, denn hier schickt er die deutsche Meisterin Julia Knauth in den Kampf. "Sie hat beste Chancen, ihren Titel zu verteidigen", sagt Leinenbach.