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Ein Stein als Symbol für Freundschaft

Ein Stein als Symbol für Freundschaft

Beinahe eine Tonne schwer, etwa brusthoch und aus Muschelkalk steht der Freundschaftsstein auf dem Altforweiler Dorfplatz. Das Symbol für die Partnerschaft mit Ailly-sur-Noye in der Picardie wurde am Samstagnachmittag offiziell enthüllt.

Eine Freundschaft über rund 430 Kilometer hinweg führen Altforweiler und Ailly-sur-Noye. Der Austausch erfolgt vor allem auf privater Ebene. Als Symbol und Motivationsschub errichtete die Bürgerwerkstatt bereits im August 2016 einen gewichtigen Freundschaftsstein. Ein Termin für die gemeinsame offizielle Enthüllung fand sich am Wochenende. Stellvertretend für die gesundheitlich verhinderte Bürgermeisterin von Ailly-sur-Noye kam Eric Villiers mit 16 Einwohnern angereist.

Mit dem zweitägigen deutsch-französischen Bürgerfest feierten beide Orte ihre 17-jährige Partnerschaft. Dazu sangen Kinder vom Kindergarten und aus der Grundschule Berus deutsch-französische Lieder. Die Orchestergemeinschaft Altforweiler-Berus spielte die Europa- und Nationalhymnen.

Initiator der Partnerschaft war der frühere Bürgermeister von Ailly-sur-Noye, Freddy Véreque. Er wollte Ende der 1990er Jahre eine Freundschaft mit einer deutschen Stadt schließen. "Sie hatten es schon in Thüringen versucht", erinnerte sich Norbert Güthler-Tyarks. Das sei jedoch ein Stück zu weit gewesen. "Dann fragten sie uns von der Spielgemeinschaft Teufelsburg." Denn auch Ailly-sur-Noye hat seine Aufführungen.

Alljährlich im September wird dort die Geschichte der Picardie in der groß angelegten Freiluftaufführung "Le souffle de la terre" präsentiert. Aber die Spielgemeinschaft sei für so eine Verbindung nicht der geeignete Partner gewesen. Das Anliegen fiel schließlich in Altforweiler auf fruchtbaren Boden. "Wir sind im Oktober 1999 dort hoch gefahren", berichtete das Gründungsmitglied der Partnerschaft, Werner Schug, 91.

Schon am 29. September 2000 wurde der Freundschaftsvertrag in Ailly-sur-Noye unterzeichnet, am 1. Oktober in Altforweiler. Seine damaligen Gründe hat Ex-Bürgermeister Freddy Véreque nun in einem Brief festgehalten, der verlesen wurde. Er sei "jemand, der den letzten Krieg erleben musste". Deshalb wollte er "versuchen, den Frieden zwischen unseren zwei Völkern mit einer Freundschaft zu festigen".

"Es brauchte solche Menschen", erwähnte Werner Schug, "die nicht nur redeten, sondern auch handelten".

 Der Freundschaftsstein für die Partnerschaft zwischen Altforweiler und Ailly-sur-Noye Fotos: Johannes A. bodwing
Der Freundschaftsstein für die Partnerschaft zwischen Altforweiler und Ailly-sur-Noye Fotos: Johannes A. bodwing

Schirmherr und Europa-Minister Stephan Toscani betonte: "Es lebt vom Engagement des Einzelnen." Wichtige Stützen dieser Partnerschaft sind der Förderkreis Überherrn sowie die beiden Arbeitskreise Jumelage "Altforweiler - Ailly-sur-Noye".