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Ein Reit-Olympiasieger, der selbst kaum noch im Sattel sitzt

Ein Reit-Olympiasieger, der selbst kaum noch im Sattel sitzt

Er hat fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gab: Dirk Hafemeister war einer der erfolgreichsten deutschen Springreiter, eine Legende. Am Wochenende schaute er im Saarland vorbei, zu einem Lehrgang in Altforweiler.

"Es hat mir etwas gebracht und dazu noch Spaß gemacht" - diese Aussage zu seinem Springunterricht hört der frühere Spitzenreiter Dirk Hafemeister besonders gern. Denn "ich will ja lehren und unterhalten", sagt der Altmeister. So auch am Wochenende auf der Anlage der Reit- und Fahrgemeinschaft (RFG) Gerensrech Altforweiler . Denn von Freitag bis Sonntag nahmen 18 Reiter an seinem Kurs teil.

Früher war er einer der ganz Großen im deutschen Springsport, unter anderem Olympiasieger im Team-Springreiten (1988) und Weltmeister mit der deutschen Springreiter-Nationalmannschaft (1994). Seit einigen Jahren gibt der mittlerweile 57-Jährige sein Wissen in Lehrgängen weiter, kann dabei aus einem unerschöpflichen Fundus aus Erfahrungen schöpfen. Hafemeister, als "freche Berliner Schnauze mit Herz" bekannt, lobt sehr gern: "Aber wer nur gebauchpinselt werden will, ist bei mir an der falschen Adresse", sagt er lachend.

Die neue Aufgabe füllt ihn so aus, dass der frühere Weltklassereiter mittlerweile kaum noch Zeit findet, selbst aufs Pferd zu steigen. "Ich bin quasi täglich und rund um die Uhr im Auftrag des Herrn, also für meine Schützlinge, unterwegs." Dabei ist ihm kein Weg zu weit. "Ich gebe 2015 sogar Lehrgänge auf Mallorca und in Malaysia", erzählt er.

Hafemeister, der aus einer Familie von Reitern kommt, hat als Kind erfolgreich voltigiert und stieg nur aus der Not heraus in den Sattel. "Das Voltigieren hat mir total Spaß gemacht. Ich war sogar erfolgreich bei deutschen Meisterschaften am Start. Als ich aber zu alt dafür war, bin ich gezwungenermaßen in den Sattel gewechselt."

Hafemeister geht auf die Reitschüler ein und ist erst dann froh, wenn sie ihr Ziel erreicht haben. "Das war schon in meiner aktiven Zeit so. Die Mannschaftsprüfungen waren mir immer am wichtigsten, und tatsächlich hatte ich im Team auch meine besten Ritte." Der Profi ist immer wieder gern im Saarland und freut sich schon aufs nächste Mal: "Hierher zu kommen, ist wie Urlaub zu machen."