Ein kleines Extra zur Begrüßung

Ein kleines Extra zur Begrüßung

sl-3101.neugeborenenbegrüßungsgeld

Kreis Saarlouis. Um Familien finanziell zu unterstützen, zahlen manche Gemeinden im Landkreis Saarlouis als freiwillige Leistungen ein Neugeborenen-Begrüßungsgeld. Bedingung: Das Kind muss mit Hauptwohnsitz in der Gemeinde gemeldet sein.

Die Stadt Dillingen versendet seit 2007 an die Eltern eines Neugeborenen einen Brief, in dem sie auf die Dienste zweier Sozialarbeiter verweist. Die Sozialarbeiter überbringen den Eltern eine Spardose und 50 Euro. Außerdem bieten sie ihre Hilfe bei Fragen über Kinderbetreuungsleistungen an.

In Wadgassen werden bereits seit 2006 Neugeborene mit einem Schreiben der Gemeinde und einem Verrechnungscheck in Höhe von 50 Euro an die Eltern begrüßt. Die Gemeinde Wallerfangen zahlt ein Begrüßungsgeld von 100 Euro. In Ensdorf wird eine Familie erst nach der Geburt des dritten Kindes durch die einmalige Zahlung von 50 Euro bezuschusst.

In den Gemeinden Bous und Saarwellingen muss das Neugeborenen-Begrüßungsgeld gesondert beantragt werden. Bous zahlt 100 Euro an die frisch gebackenen Eltern. In Saarwellingen gibt's 150 Euro. Seit 2010 wird ein Willkommensschreiben der Gemeinde mit Lätzchen und Informationsbroschüre versandt. Im Anhang an den Brief befindet sich das Antragsformular für Willkommensgeld.

Die Gemeinde Rehlingen-Siersburg plant voraussichtlich ab dem zweiten Halbjahr 2011 eine andere Art der Begrüßung. Bei der Familienkarte erhalten die Eltern neugeborener Kinder einen Scheck, mit dem sie bei den Gewerbetreibenden der Gemeinde Familienangebote und Vergünstigungen erhalten.

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Alle anderen Gemeinden im Landkreis Saarlouis zahlen kein Neugeborenen-Begrüßungsgeld: Toni Bartz, Sprecher der Stadtverwaltung Lebach nennt das Neugeborenen-Begrüßungsgeld "eine schöne Idee, die aber leider nicht finanzierbar ist". Statt dessen erhalten die Eltern eines neu gemeldeten Kindes ein Anschreiben der Stadt und ein Lätzchen mit dem Stadtwappen darauf zur Begrüßung.

Die Gemeinde Nalbach versendet ein Informationsschreiben an die Eltern. Bezüglich des Begrüßungsgeldes vertritt Bürgermeister Patrik Lauer jedoch den Standpunkt, dass ein Neugeborenen-Begrüßungsgeld "nicht geeignet ist, den Kinderwunsch zu stärken". Statt dessen verweist er auf "kindgerechte Strukturen, für die die Gemeinde Nalbach einige 10 000 Euro im Jahr" bereitstellt.

Die Stadt Saarlouis verzichtet ebenfalls auf das Begrüßungsgeld. Laut dem Jugendpfleger Michael Leinenbach legt die Stadt aber Wert darauf, die Eltern über Betreuungseinrichtungen in Saarlouis zu informieren. Mit Anmeldung des Kindes bekommen die Eltern ein Begrüßungspaket, das ein Gutscheinheft und Informationsbroschüren enthält.

In der Gemeinde Schwalbach verschickt die Verwaltung eine Grußkarte, aber ein Begrüßungsgeld ist aufgrund der schlechten Haushaltslage nicht in Planung, bedauert Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer.

Dem schließt sich Überherrn an. Grund dafür ist, dass "angesichts leerer Kassen nicht überlegt wird, wo zusätzlich Geld ausgegeben werden kann", begründet Jugendpflegerin Maria Speicher von der Gemeindeverwaltung. Schmelz plant ebenfalls kein Willkommensgeld für Neugeborene, begrüßt aber die neuen Bürger mit einer Grußkarte.

Meinung

Eine symbolische Anerkennung

Von SZ-Redakteurin

Nicole Bastong

Es ist nur ein kleines Signal. Aber für Eltern ist ein Begrüßungsgeld für ihr Baby eine unheimlich wichtige Geste: Die Gemeinde heißt ihren Nachwuchs freudig willkommen. Auch wenn 50 oder 100 Euro nicht die Welt sind: Familienförderung beginnt damit, ein Umfeld zu schaffen, in dem Kinder erwünscht und willkommen sind - und das auch zu zeigen. Natürlich ist das Geld überall knapp. Manche Kommunen leisten sich den Luxus einer symbolischen Anerkennung aber trotzdem. Denn auch der Nachwuchs ist überall knapp.

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