Ein Höchstmaß an Harmonie mit dem Pferd

Ein Höchstmaß an Harmonie mit dem Pferd

Der Akademische Reitclub an der Universität des Saarlandes hat zum sechsten Mal auf den Linslerhof zum Dressurfestival eingeladen. Starter ohne und mit Behinderung zeigten, das Reiten eine Sportart ist, die jeder ausüben kann.

Sport auf hohem Niveau präsentierten die Teilnehmer des Dressurfestivals auf dem Linslerhof in Überherrn - im Regel- und im Para-Bereich. Im Rahmen der drei Tage dauernden Veranstaltung, die der Akademische Reitclub an der Universität des Saarlandes (ARC) zum sechsten Mal ausrichtete, liefen neben den Dressuren bis zur Klasse S*** Prüfungen für Reiter mit Behinderung. "Reiten ist eine Sportart, die Reiter mit wie ohne körperliche Behinderung gut ausüben können - auch auf Turnieren", sagt der ARC-Vorsitzende Jan Holger Holtschmit. Er ist zudem Präsident des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten . Holtschmit betonte: "Für alle Reiter, mit oder ohne Handicap, geht es am Ende um dasselbe: die Leidenschaft für den Sport mit dem Pferd und ein Höchstmaß an Harmonie mit seinem vierbeinigen Partner."

Holtschmit ist Dressurreiter, FEI-4*-Turnierrichter für Para-Dressur und National-Grand-Prix-Richter. Er sagt: "Gerade bei den Para-Reitern beeindruckt es zu sehen, wie zum Beispiel jemand, dem Gliedmaßen fehlen auf dem Pferd mit feiner Einwirkung hohe Dressurlektionen reitet." Je nach Schwere der Behinderung (in die Grade I bis IV eingeteilt), liefen auf dem Linslerhof je drei Wertungsprüfungen, in denen Para-Reiter um die Einzel- und Mannschaftssiege kämpften. Sehr gut an kam das Pilotprojekt, bei dem je ein Regelsport- und ein Para-Reiter als Mannschaft starteten. Jeder ritt eine individuelle Aufgabe zwischen L-Dressur und Grand Prix. Es gewannen Maria Ley und Claudia Schmidt.

Eine der erfolgreichsten Para-Reiter ist Hannelore Brenner, Goldmedaillen-Gewinnerin bei den Paralympischen Spiele 2012 in London. Die inkomplett querschnittsgelähmte Dressurreiterin stand in Überherrn wieder mehrfach auf dem Siegerpodest. "Ich komme jedes Jahr her. Das ist ein tolles Turnier. Wir Para-Reiter fühlen uns hier wirklich gut aufgehoben, einfach dazugehörig", lobte Brenner.

Goldene Schleifen gab es auch für Saarländer - unter anderem in der schweren Klasse. So gewann Madita Zurheide (RB Saarbrücken) die S**-Dressur Intermediaire I Kür. Eine Woche zuvor am Regionaltag erritten sich Marei Essig (DSG Bliesgau) in der S*-Dressur für Junioren und Junge Reiter sowie Sandra Newedel-Hilpisch vom Gastgeberverein in der S*-Dressur den ersten Platz. Auch in den Hauptprüfungen, den drei S***-Dressuren, war eine Saarländerin am Start. Daniela Dittrich vom RB Saarbrücken wurde Siebte in der S***-Dressur Grand Prix Kür.

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am randeDressurfestival auf dem Linslerhof, ausgewählte Ergebnisse (Sieger):Dressurreiterprüfung der Klasse A: Julia Jacob, RV Hütherhof St. Wendel. Dressurprüfung der Klasse M**: Arjan van Loon, TG Hartungshof Bliesransbach. Dressurprüfung der Klasse S*: Sandra Newedel-Hilpisch, ARC des Saarlandes. Dressurprüfung der Klasse S* Grand Prix St. Georges: Clara Winkelmann, Waldhohlhof Karben. Dressurprüfung der Klasse S** Intermediaire I Kür: Madita Zurheide, RB Saarbrücken. Dressurprüfung der Klasse S*** Grand Prix Kür: Iris Häcker, RC Langenau. hch

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