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Vor Jahr und Tag
Die First Responder sind immer in Aktion

So sah der Bericht über die First Responder aus.
So sah der Bericht über die First Responder aus. FOTO: SZ
Überherrn. Das Team hat im vergangenen Jahr 68 Einsätze absolviert. Sie werden alarmiert, wenn sie schneller als der Rettungsdienst sind. Von Carolin Merkel

Als sich die First Responder Überherrn vor einem Jahr im Rahmen einer Infoveranstaltung vorgestellt haben, lag ihre Gründung gerade mal ein halbes Jahr zurück. Mitglied Roxanne Ruffing durfte damals die Ziele des Vereins vor großem Publikum vorstellen und erntete am Ende viel Beifall (wir haben berichtet).


Nun, ein Jahr später, schaut das Team um Vorsitzenden Thomas Andre auf ein erfolgreiches, aber auch anstrengendes erstes Einsatzjahr zurück. Aus den zwei Einsätzen, die gleich an Neujahr 2017 absolviert wurden, sind im Laufe des Jahres 68 Einsätze geworden, berichtet Tim Reinstädtler, mittlerweile stellvertretender Vorsitzender und mit gerade mal 20 Jahren der jüngste im Team. Der Student der Zahnmedizin hat sich bereits im Schulsanitätsdienst engagiert, schätzt an den First Respondern vor allem den guten Zusammenhalt im Team. „Und natürlich finde ich es gut, dass wir auf diese Weise Menschen helfen können“, sagt er.

Menschen in einer Notsituation helfen, das betont Andre, könnte eigentlich jeder, doch viele, weiß er aus Erfahrung, sind in diesen Momenten überfordert. „Wir kommen immer wieder zu Einsätzen, da stehen die Angehörigen hilflos daneben, scheuen sich, was zu tun, weil sie Angst haben, etwas falsch zu machen“, sagt er. Den Notruf wählen, das wissen die First Responder, ist der erste richtige Schritt. Doch die Herzdruckmassage bei Atemstillstand kann Leben retten.



„Da kann man nichts falsch machen“, wiederholt Ruffing, was sie bereits im vergangenen Jahr vor großer Zuhörerschar betont hatte. Bei ihren zahlreichen Werbeaktionen, sagt sie, ist auch immer die Beatmungspuppe mit dabei, Interessierte werden eingeladen, die Wiederbelebung auszuprobieren.

Die Bandbreite der Einsätze reichte im vergangenen Jahr von internistischen und chirurgischen Notfällen bis hin zu Verkehrsunfällen, mehrfach war Reanimation gefragt. „Wir hatten auch zwei Kindernotfälle, das belastet jeden, vor allem die, die selbst Kinder haben“, sagt Thomas Andre. Gerade deshalb sei das Team, das mittlerweile 18 aktive Ersthelfer zählt, so wichtig. „Wir reden viel nach den Einsätzen“.

Mehrere neue Mitglieder, darüber freut er sich, gab es aus den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr. Sie haben ihre Ausbildung erfolgreich absolviert. „Die Ausbildung können wir nicht durchführen, dazu fehlt die Kapazität. Doch bieten wir regelmäßige Fortbildungen und auch Übungen an“, sagt Andre. Gefragt ist weiterhin die Öffentlichkeitsarbeit. Die rund 5000 Flyer, hat Ruffing bei Einsätzen miterlebet, sind in der Bevölkerung in Überherrn angekommen. „Wenn wir zu Einsätzen gerufen werden, sehen wir immer wieder die Flyer auf dem Tisch liegen“, sagt sie. Da kommt es dann auch immer wieder vor, dass Menschen, denen durch die First Responder schnell geholfen wurde, in den Förderverein eintreten.

„Wir finanzieren uns ganz aus Spenden, haben zum Glück einige gute Sponsoren gefunden“, sagt Andre. So konnte durch den Erlös des Adventsglühens ein eigenes EKG-Gerät angeschafft werden. Mittlerweile verfügt der Verein dank des Sparvereins über ein eigenes Fahrzeug. Angekommen, das betonten die Mitglieder, ist ihr ehrenamtliches Engagement längst auch beim professionellen Rettungsdienst, die Arbeit läuft Hand in Hand. Und auch der ZRF (Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung), der für die zusätzliche Alarmierung der First Responder zuständig ist, zeigt großen Einsatz. „Es macht immer nur dann Sinn, uns mit zu alarmieren, wenn wir wirklich helfen können und auch schneller da sind, als der Rettungsdienst“, sagt Andre. Das ist vor allem bei Reanimation und bei starken Blutungen angesagt. Einige Mitglieder, erzählt er schließlich, sind im vergangenen Jahr abgesprungen. „Es ist schon ein hoher, ehrenamtlicher Einsatz, der von uns verlangt wird. Mancher schafft das dauerhaft nicht“.

Weitere Infos zu den First Responder beim Vorsitzenden Thomas Andre, Telefon (0151) 74 31 73 35.