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Der Weihnachtsspeck muss jetzt wegBewegung so wichtig wie Essen

Kreis Saarlouis. Mit klaren Zielen ist Sabine Würfel ins neue Jahr gestartet. "Weniger essen und mehr Bewegung", lautet ihr Leitsatz. "Die Weihnachtszeit mit Schokolade, Plätzchen und Weihnachtsgans - da kann man nicht Nein sagen", findet sie. "Deshalb heißt es jetzt FDH - Friss die Hälfte." Dazu kommt die Bewegung Von SZ-Mitarbeiter Sascha Schmidt

Kreis Saarlouis. Mit klaren Zielen ist Sabine Würfel ins neue Jahr gestartet. "Weniger essen und mehr Bewegung", lautet ihr Leitsatz. "Die Weihnachtszeit mit Schokolade, Plätzchen und Weihnachtsgans - da kann man nicht Nein sagen", findet sie. "Deshalb heißt es jetzt FDH - Friss die Hälfte." Dazu kommt die Bewegung. "Wir haben in Dillingen den Ökosee, dort gehe ich viel spazieren und dabei laufe ich auch mal etwas schneller", erzählt sie. Schlechtes Wetter ist für die 48-Jährige kein Hindernis: "Man braucht nur gute Kleidung."Auch Jasmine Sommerfeld aus Mettlach hat das Jahr mit einem guten Vorsatz begonnen und sich einer Gruppe zur Gewichtsreduktion angeschlossen. "Das klappt ganz gut", sagt sie - "zwei Kilo sind schon weg." Bereits an Weihnachten war für sie klar, dass das Programm zum Jahreswechsel ansteht. "An den Feiertagen habe ich deshalb bewusst gegessen und viel Wasser getrunken." Fünf bis sechs Kilo möchte die 26-Jährige abnehmen und ihre Ernährung dafür langfristig umstellen. "Wenn man abrupt aufhört, kommt der Jojo-Effekt und das ist auch Blödsinn", sagt sie.



Ebenso ist auch eine Crash-Diät kein Modell für Sommerfeld: "Das habe ich bei Bekannten erlebt - die haben zwar abgenommen, aber später wogen sie sogar noch mehr. Deshalb nehme ich lieber langsam ab, aber beständig."

Auch Sascha Heimer aus Überherrn hält nichts vom übereilten Abnehmen und Hau-Ruck-Diäten. "Ein Arbeitskollege hatte das letztes Jahr gemacht. Dadurch wurde er total schwach und wir mussten ihn nach Hause schicken", erzählt er. "Außerdem nimmt man mit einer Diät zwar schnell ab", sagt der 41-Jährige, "aber ich will ja irgendwann auch wieder normal leben und nicht ewig auf Diät sein." Sein Ausgleich liegt im Wandern. "Sechs bis sieben Kilometer gehe ich täglich mit meinem Hund. Am Wochenende sind es auch mal 15 Kilometer", erzählt Heimer.

Astrid Amann, 47, aus Saarlouis, sieht die Frage nach dem Weihnachtsspeck gelassen: "An Weihnachten habe ich normal geschlemmt, ich mache keinen Sport und habe mir auch keine guten Vorsätze vorgenommen", gesteht sie. "Ich finde, man sollte versuchen, sich in seinem Körper wohlzufühlen und nicht zwanghaft abnehmen wollen."

Für Andrea Hero aus Weiskirchen führen die 'guten Vorsätze' nur zu Gewissensbissen: "Wenn man in der zweiten Januarwoche noch immer keinen Sport gemacht hat, steigt der Druck und man bekommt ein schlechtes Gewissen." Wer abnehmen will, soll 'jetzt' damit anfangen und sich nicht an einen Termin, wie Neujahr binden, findet die 47-Jährige und gibt gleich den ersten Tipp gegen Weihnachtsspeck: "Das Auto auch mal stehen lassen und zügig zu Fuß gehen. Denn Bewegung ist wichtig."Frau Günther-Arand, eine Crash-Diät gegen den Weihnachtsspeck - bringt das etwas?



Günther-Arand: Crash-Diäten sind zum Scheitern verurteilt. Hauptsächlich geht Wasser verloren. Nach der Diät kommt der Jo-Jo-Effekt, weil die Essgewohnheiten bestehen bleiben, die zum Übergewicht führten - langfristig wird man sogar dicker.

Wie kann ich dauerhaft abnehmen?

Günther-Arand: Nur langfristige Ernährungsumstellung kann dauerhaft helfen. Bewusstes Essen sollte man antrainieren. Mein Tipp: Ausreichend trinken - eineinhalb bis zwei Liter Wasser am Tag. Auch moderater Kaffee- oder Schwarzteekonsum sind ratsam, aber keine aromatisierten Tees. Zudem viel Gemüse essen, weil es ballast- und nährstoffreich, aber kalorienarm ist. Auf Zucker und helles Mehl sollten Sie möglichst verzichten. Ein Essensplan hilft beim bewussten Essen, spart Zeit und verleitet nicht zu Fertiggerichten.

Welche Rolle spielt die Bewegung?

Günther-Arand: Bewegung ist genauso wichtig wie das Essen, weil sie zusätzliche Kalorien verbraucht. Durch regelmäßigen Sport baut sich Muskelmasse auf, die mehr Energie verbraucht als andere Körpergewebe. Ideal sind sportliche Betätigungen dreimal die Woche für mindestens 30 Minuten - Ausdauersport wie Schwimmen, Fahrradfahren, Laufen oder Nordic Walking oder auch gezielte Übungen zum Muskelaufbau.Foto: privat

Fotos: Sascha Schmidt