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Der Albtraum der Familie Denis

Überherrn. Es ist ein Uhr in der Nacht, als die 18-Jährige Michelle aus dem Schlaf schrickt. Es riecht verbrannt, ihr ganzes Zimmer ist voller Rauch. In Panik weckt sie ihre Eltern auf. Die Mutter schnappt sich die Tochter, läuft auf den Balkon, weg von dem giftigen Rauch. Der Vater versucht noch, durch den Flur in das Erdgeschoss zum rettenden Ausgang zu gelangen Von SZ-Redakteurin Dörte Grabbert

Überherrn. Es ist ein Uhr in der Nacht, als die 18-Jährige Michelle aus dem Schlaf schrickt. Es riecht verbrannt, ihr ganzes Zimmer ist voller Rauch. In Panik weckt sie ihre Eltern auf. Die Mutter schnappt sich die Tochter, läuft auf den Balkon, weg von dem giftigen Rauch. Der Vater versucht noch, durch den Flur in das Erdgeschoss zum rettenden Ausgang zu gelangen. Doch er muss die Wohnungstür sofort wieder zumachen, weil ihm Flammen entgegen schlagen.


Eine halbe Stunde muss die Familie auf dem Balkon ausharren, bis die Feuerwehr sie endlich befreien kann. Der 16-jährige Sohn Maurice ahnt von allem nichts. Er hat bei einem Kumpel am anderen Ende der Straße übernachtet.

Unbekannter Brandstifter



Diese Nacht wird Familie Denis so schnell nicht vergessen. "Das es einen Menschen gibt, der wusste, dass wir da sind, und trotzdem Feuer legt, kann ich nicht begreifen", beschreibt Mutter Miriam Denis (46) den Gedanken, der sie immer wieder umtreibt. Der Täter, der in der Wohnung des Vermieters im Erdgeschoss in zwei Zimmern Feuer gelegt hat, ist noch nicht gefasst, die Ermittlungen sind nach Angaben der Polizei noch nicht abgeschlossen.

Dass sie beinahe erstickt wären, wenn Tochter Michelle nicht aufgewacht wäre, lässt Miriam Denis ebenfalls nicht los: "Ich mag nicht daran denken, dass meine Tochter vielleicht gestorben oder uns etwas zugestoßen und Maurice jetzt allein wäre."

Familie ist nicht versichert

Sogar nach der Rettung kommt die Familie nicht zur Ruhe. Teile ihrer Möbel und Sachen im Obergeschoss sind beschädigt, auch wenn es nur im Erdgeschoss des Zweifamilienhauses, der Wohnung des Vermieters, gebrannt hat. Und es gibt noch ein Problem. "Vor drei Jahren habe ich die teure Hausratsversicherung gekündigt. Jetzt zahlt niemand für den Schaden", schildert Miriam Denis.

Die Gebäudeschutzversicherung des Vermieters zahlt nämlich nur für Schäden am Haus. Das trifft die Familie hart, denn der Vater ist Fernfahrer und Alleinverdiener. Jetzt suchen sie nach einer neuen Bleibe. In ihre alte Wohnung wollen sie aus Angst nicht mehr zurück. Miriam Denis: "Solange der Täter nicht gefasst ist, sind wir dort nicht sicher."

> Wie versichere ich mich richtig? - Bericht: Seite C 3