„Dass man Leute rettet“

Der Löschbezirk Süd in Überherrn hat eine Kinderfeuerwehr gegründet – erst die zweite im Kreis Saarlouis. Neun Jungs und Mädchen werden spielerisch an Themen und Aufgabengebiete der Feuerwehr herangeführt.

"MINIWEHR Überherrn LB Süd" steht auf den blauen T-Shirts der Kinder. Die hat die Gemeinde Überherrn für ihre jüngsten Feuerwehrmitglieder gestiftet: die neu gegründete Kinderfeuerwehr, nach Dillingen erst die zweite im Landkreis Saarlouis. Die Miniwehr des Löschbezirks (Lbz) Süd, ehemals Überherrn , Wohnstadt und Bisten, besteht zurzeit aus zwei Mädchen und sieben Jungs zwischen sechs bis zehn Jahren. Am Samstagnachmittag durften sie bei der Anprobe im Feuerwehrgerätehaus Überherrn ihre künftige Arbeitskleidung testen.

Eine eigene Wehr für Kinder zu gründen, "darüber haben wir vor etwa zwei Jahren schon mal gesprochen", sagte Feuerwehrfrau Myriam Beikert, die die Minis anleitet. Zweite im Bunde ist Oberfeuerwehrfrau Kathrin Hewer. "Das ist für uns alle Neuland", sagte Beikert, aber: "Kathrin ist Erzieherin, das passt schon mal". Sie selbst ist Mutter von zwei Kindern und hat extra für die Minis die Jugendleiter-Karte in Kursen erworben. Im November 2015 wurde es dann Ernst mit der Idee der Miniwehr: Die Eltern wurden informiert und am 9. Januar 2016 fand die erste Gruppenstunde statt. Die Treffen sind seither alle 14 Tage samstags im Feuerwehrgerätehaus.

Mit der Miniwehr will der Löschbezirk Süd ein Angebot bereitstellen, um Kinder frühzeitig an die Feuerwehr heranzuführen, erklärte Lbz-Führer Markus Weinmüller, und das seien nicht nur die Kinder von Feuerwehrleuten. Bei der Jugendwehr dürfen die Kinder erst ab acht Jahren mitmachen; das Interesse ist aber auch schon bei Jüngeren da und die erreicht das neue Angebot.

Neben der Miniwehr besteht der Lbz Süd derzeit aus 28 Mitgliedern der Jugendwehr, 58 Aktiven und 19 in der Altenwehr. Die Treffen der Miniwehr sind kindgerecht: "Die können ja zum Beispiel nicht schwer heben", erklärte Beikert. Also macht man andere Dinge: "Wir haben geschaut, was brennt", erzählte der kleine Henri. Autos und Technik wurden bereits begutachtet sowie die Schutzausrüstung. Einem anderen gefiel an der Feuerwehr, "wenn man Leute rettet". "Weil ich gerne anderen helfe", erklärte Amelie ihre Begeisterung für die Wehr.

"Was die hier machen", ergänzte Hewer, "das verschafft ihnen selbst auch mehr Sicherheit im Alltag. Zum Beispiel, wenn sie wissen, wie man sich im Notfall verhält". Die Löschwasserversorgung, meinte Beikert lachend, "machen wir aber erst im Sommer, wenn es warm ist". Die Betreuerinnen der Miniwehr hoffen, dass noch weitere Kinder hinzukommen. "Aber wir sind ja gerade erst gestartet und schauen mal, wie es sich weiterentwickelt."

Die Miniwehr des Lbz Süd trifft sich wieder in 14 Tagen im Feuerwehrgerätehaus Überherrn , 15 bis 16 Uhr. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenfrei.