„Das war hart, echt hart“

Beim 32. Überherrner Straßenrennen traten am Sonntag zehn Bundesliga-Teams und 450 Teilnehmer aus vier Ländern in die Pedale. Der Überherrner Rad-Profi Michael Hümbert jagte im Hauptrennen KT/A/B über den „Kurs der Leiden“ und kam ins Ziel, trotz Trainingsrückstands.

Der Atem geht schwer. Die Schultern hängen schlaff nach vorne, die Beinmuskulatur glüht. Nach der Ankunft beim 32. Überherrner Straßenrennen "parkt" Michael Hümbert seinen Vollrenner am Seitenstreifen, rutscht erschöpft vom Sattel und stützt sich mit schweißnassen Armen am Lenker ab. "Das war hart, echt hart", schnauft der 25 Jahre alte Rad-Profi am Sonntag im Ziel am Ittersdorfer Berg und ist froh, dass es vorbei ist.

112,8 zermürbende Kilometer Asphalt mussten Hümbert und die anderen rund 80 Teilnehmer heute im Hauptrennen "fressen", bevor sie von den 200 Zuschauern im Ziel mit Applaus belohnt wurden.

Zehn Bundesliga-Teams dabei

Wie eine Nummer eins - als Ex-Fahrer des RSC Überherrn durfte er die Startnummer tragen - fühlt sich Hümbert gerade nicht. Weit hinter Marcel Fischer von den "Racing Students" (Siegerzeit: 2:43.52 Stunden) stoppte für den Saarländer die Uhr. Doch Zeit und Platzierung interessieren den Lokalmatadoren nicht. Durchhalten war auf dem extrem profilierten Hügelkurs wichtiger. "Anfangs lief es gut, ich bin vorne mitgefahren. Am Ende hat mir der Punch gefehlt. Die Form ist noch nicht da", sinniert Hümbert. Nach Tempo-Verschärfungen am Rammelfanger Berg und unzähligen Attacken konnte er das Tempo zwei Runden vor Schluss nicht mehr mithalten. "Mir fehlt Training. Ich bin in der heißen Phase meiner Polizei-Ausbildung. Der Job geht vor", sagt der künftige Kommissar. Das Niveau beim Hauptrennen war diesmal aber auch extrem hoch. Neben Hümberts Team "Erdinger Alkoholfrei" starteten neun weitere Bundesliga-Mannschaften, darunter auch das Saarbrücker Bike-Aid-Team.

Insgesamt durfte Ausrichter RSC Überherrn in elf Konkurrenzen auf unterschiedlichen Distanzen rund 450 Radrennsportler aus Frankreich, Belgien, Luxemburg und ganz Deutschland begrüßen. Johannes Schmitt war sichtlich stolz. "Wir haben den teilnehmerstärksten Radsport-Klassiker im Saarland. Er lockt viele Top-Fahrer an", stellte der RSC-Vorsitzende begeistert fest.

Neue Schuhe bringen Glück

Stolz war der Jugendtrainer auf die neun Jahre alten Schützlinge Finn Rehbock und Michael Kircher. Michael wurde beim Rennen "Erster Schritt" Vierter. Finn verteidigte hier auf dem 3,6 Kilometer langen Kurs souverän en Titel und verriet gleich warum. "Neue Klickpedal-Schuhe - die haben mir Glück gebracht." Pech hatte dagegen Andreas Ruffing. Nach einem Massenspurt verpasste der Fahrer vom RV Blitz Oberbexbach im Rennen der Männer C nur knapp den Sieg. Das Ziel-Foto musste entscheiden. "Schade. Platz zwei ist aber auch toll. Im Vorjahr bin ich ausgestiegen", verriet der Saarländer. Michael Hümbert schied nicht aus. Seinen 31. Platz will er im kommenden Jahr aber toppen, wenn die Ausbildung vorbei ist. "Dann greife ich wieder an", versprach der Lokalmatador.

Zum Thema:

Auf einen Blick Sieger und beste Platzierungen der Saarländer beim 32. Überherrner Straßenrennen : Männer KT/A/B: 1. Marcel Fischer , 6. Christoph Schweitzer, Bike Aid.Männer C: 1. Lukas Mild, Team RVC Reute ; 2. Andreas Ruffing, RV Blitz Oberbexbach.Senioren 2: 1. Stefan Steiner, RIG Vorderpfalz; 8. Zoran Radosavljevic, RSV Saarlouis-Fraulautern.Senioren 3: 1. Erwin Hickl, RC Bellheim; 6. Thomas Ruffing, RV Blitz Oberbexbach.Senioren 4: 1. Bernd John, RIG Vorderpfalz. U17: 1. Niklas Märkl, Queidersbach ; 16. Dominik Dietrich, RSC St. Ingbert. U15: 1. Leon Brescher, Queidersbach ; 17. Florian Schmitt, RSC Überherrn .U11: Paul Adomeit, Radsport-Team Lutz; 4. Moritz Martin, RV Bliesransbach. U13: 1. Max Märkl, RV Roschbach; 4. Maike Maas, Bike Aid.U19: 1. Frederik Einhaus, RSV Forchheim . ros