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Bürgerinitiative „Freunde des Linslerfeldes“ kritisiert Ansiedlung von SVolt

Vor Info-Veranstaltung am Montag : Bürgerinitiative befürchtet „gravierende Schäden“ durch SVolt im Landkreis Saarlouis

Vor der virtuellen Info-Veranstaltung der Gemeinde Überherrn mit Strukturholduing Saar und Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger gibt es viele Fragen und Kritik.

Unter dem Namen „Freunde des Linslerfeldes“ hat sich nun auch in Überherrn eine Bürgerinitiative (BI) zusammengefunden, die kritische Fragen zur geplanten Ansiedlung des Unternehmens SVolt auf dem Überherrner Linslerfeld stellt. Die Initiatoren sind Siegfried Theobald, Franz Wißkirchen und Johannes Berrar.

Man wolle, so Theobald „gravierende Schäden an der Natur und unseren Finanzen vermeiden.“ Denn es bestehe die Gefahr, dass das ganze Projekt in hohem Tempo vorangetrieben werde, befürchtet Theobald. „In Heusweiler wird bereits abgerissen“, sagt er. Dort werden derzeit die alten, riesigen Hallen des früheren Laminate-Parks abgebaut.  Die Firma wurde Ende 2019 geschlossen.

Theobald beklagt die mangelnde Information der Bürger im Zusammenhang mit der SVolt-Ansiedlung: „Bis zum Datum der Veröffentlichung unseres Flugblattes konnten viele Überherrner Bürger mit dem Begriff Linslerfeld überhaupt nichts anfangen“, sagt er. Eine Infoveranstaltung im November sei viel zu spät angekündigt worden. „Der Termin wurde erst am Tag der Veranstaltung kommuniziert.“ So könne man nicht von einem transparenten Verfahren ausgehen.

Die Fragen, die die BI stellt, gelten unter anderem der Umweltverträglichkeit. „Wie hoch ist der tatsächliche Wasserverbrauch des Unternehmens, denn zur Produktion wird Reinst-Wasser benötigt“, will Theobald wissen. „Was ist mit dem Abwasser?“ Und: „Wir hoch sind die Emissionen?“ „Wir reden hier über Schutzgebiete. Das ist nicht nur ein Problem der Überherrner, sondern des ganzen Landes und auch des französischen Grenzgebiets.“

Die Bürgerinitiative stellt zudem die Frage, wie die Ansiedlung von SVolt finanziert werden soll. „Die Strukturholding Saar (SHS) soll als Landesbetrieb beide Fabriken schlüsselfertig erstellen. Bislang ist aber völlig unklar, ob die beiden Fabriken dann von SVolt gekauft werden, oder nur gemietet. SVolt ist ein Start-up. Es kann nicht sein, dass ein Unternehmen, das erst wenige Monate existiert, mit Steuergeldern finanziert wird. Denn was ist, wenn die Firma nach zwei oder drei Jahren wieder zumacht?“, fragt Theobald.

Die von SVolt im letzten Ausbaustadium angepeilten 2000 Arbeitsplätze hält  Theobald „für einen Köder.“ „Wenn man sich Videos von der Batterieproduktion ansieht, sieht man keine Menschen, sondern Roboter. Der Mensch ist bei einer solchen Produktion eher ein Störfaktor.“

Antworten auf die Fragen könnte es  an diesem Montag geben. Ab 19 Uhr findet eine virtuelle Informationsveranstaltung mit Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger, SHS und der Überherrner Bürgermeisterin Anne Yliniva-Hoffmann  statt. Die Zugangsdaten sind auf der Internet-Seite der Gemeinde unter www.ueberherrn.de zu finden. Die Veranstaltung ist zudem auch als Livestream auf der Facebook-Seite der Gemeinde  zu verfolgen.

Die Bürgerinitiative „Freunde des Linslerfeldes“ hat unter https://www.bi-fdl.de eine Webseite eingerichtet.

www.ueberherrn.de

www.bi-fdl.de