Bürger von Anfang an dabei

Überherrn. "Bürgerbeteiligung", das Wort stand 2010 in Überherrn im Fokus. Sei es bei der Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzeptes, bei der Gestaltung der einzelnen Ortschaften oder aber auch beim Energiekonzept, das die Kommunalen Dienste in Überherrn (KDÜ) auf den Weg gebracht hatten

Überherrn. "Bürgerbeteiligung", das Wort stand 2010 in Überherrn im Fokus. Sei es bei der Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzeptes, bei der Gestaltung der einzelnen Ortschaften oder aber auch beim Energiekonzept, das die Kommunalen Dienste in Überherrn (KDÜ) auf den Weg gebracht hatten.

Bereits zum Jahresbeginn gab die Gemeinde im Rahmen des Entwicklungskonzeptes einen Fragebogen heraus, um den Bürgern eine Möglichkeit zu geben, sich an der Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft zu beteiligen. Dabei spielte die Fertigstellung der B 269 neu und die damit einhergehenden Veränderungen für die Gemeinde eine große Rolle. Zwar entlaste die neue Bundesstraße das massive Verkehrsaufkommen durch Überherrn, Gefahr würde man jedoch laufen, dass dann auch der Kundenstrom am Ort vorbei führe. So sieht es jedenfalls die Kommune. Außerdem richtet sie den Blick auf die demografische Entwicklung, ein Faktor, der sie veranlasste, mit Zustimmung des Gemeinderates ein Gemeindeentwicklungskonzept in Auftrag zu geben.

Bürger aus der Grenzgemeinde sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen, wenn es um die Gestaltung der Zukunft in ihrem Ort geht. Ein Beleg dafür sind die gegründeten Bürgerwerkstätten in allen Ortsteilen. Der Ortsteil Berus machte es vor.

Dort schafften ehrenamtliche Helfer ein einheitliches Bild bei der Ortseingangsgestaltung und im Ortskern. Und auch in den anderen Ortschaften ist bereits einiges passiert. So wurde 2010 mit großem Engagement in Bisten die Gestaltung des neuen Josef-Sauder-Platzes verwirklicht oder die Ortseingänge gestaltet, wie übrigens in Felsberg auch schon. Berus und Bisten wurden im Dezember für ihr Engagement beim Kreisumweltpreis mit dem zweiten und dritten Platz belohnt.

Bereits 2009 brachte der Gemeinderat Überherrn das von den Kommunalen Diensten in Überherrn erstellte Energiekonzept auf den Weg. Die Umsetzung läuft seither auf Hochtouren. Solar- und Fotovoltaikanlagen sind bereits installiert, größere Projekte, wie eine Wasserkraft- und eine Windkraftanlage werden auf den Weg bebracht.

Doch nicht alle Bürger waren mit den Plänen einverstanden. So wehrten sich Anwohner aus dem Wohngebiet "Im Langfeld" gegen ein geplantes Fotovoltaik-Feld unmittelbar vor ihrer Haustür. Ihr Protest kam an.

Standortsuche

 Anwohner des Überherrner Wohngebiets Im Langfeld möchten kein Fotovoltaik-Feld in der Nähe ihrer Häuser. Sie sammelten Unterschriften gegen das Vorhaben. Foto: Heike Theobald
Anwohner des Überherrner Wohngebiets Im Langfeld möchten kein Fotovoltaik-Feld in der Nähe ihrer Häuser. Sie sammelten Unterschriften gegen das Vorhaben. Foto: Heike Theobald

Ein Alternativstandort soll nun gesucht werden. Im Gemeinderat wurde ausgiebig darüber gesprochen, Einstimmigkeit herrschte dabei, dass die Bürger bei solchen Großprojekten von Beginn an mit ins Boot genommen werden müssen.