Anne Yliniva-Hoffmann von der SPD ist neue Bürgermeisterin von Überherrn

Stichwahl entschieden : Überherrns neue Bürgermeisterin heißt Anne Yliniva-Hoffmann

Traumergebnis: Die Sozialdemokratin Anne Yliniva-Hoffmann hat die Stichwahl um das Rathaus in Überherrn mit fast 65 Prozent der Wählerstimmen für sich gewonnen.

.Anne Yliniva-Hoffmann ist neue Bürgermeisterin von Überherrn. Die SPD-Politikerin setzte sich am Sonntag in der Stichwahl gegen den parteilosen Michael Fetik sehr deutlich durch. Yliniva-Hoffmann erhielt 64,7 Prozent der abgegebenen Stimmen, ihr Konkurrent Fetik 35, 3 Prozent. Die Wahlbeteiligung in der Gemeinde mit ihren sechs Ortsteilen lag bei mageren 46,4 Prozent. Anne Yliniva-Hoffmann löst damit am 1. Oktober Bernd Gillo (CDU) ab, der aus Altersgründen nicht erneut kandidierte. Gillo ist bis dahin mit 67 Jahren der älteste Bürgermeister im Saarland.

In zehn der 13 Kommunen des Kreises musste am 26. Mai die Leitung des Rathauses neu besetzt werden, in zweien, Überherrn und Wallerfangen, waren die Bürgerinnen und Bürger am Pfingstsonntag zu Stichwahlen aufgerufen.

In Überherrn waren Anne Yliniva-Hoffmann war mit 42,9 Prozent und Michael Fetik mit 27,5 Prozent aus dem ersten Wahlgang hervorgegangen.

Anne Yliniva-Hoffmann, 42, zeigte sich „riesenglücklich“ über ihren Wahlsieg. Dessen Höhe habe sie „überwältigt“, sagte sie gut 20 Minuten nach Schließung der Wahllokale. „Das ist ein riesiger Vertrauensbeweis und ein klarer Arbeitsauftrag“. Ihre ersten Amtshandlungen würden den „offenen Baustellen“ gelten. Das betreffe vor allem die Kinderbetreuung und die Ganztagsbetreuung an Schulen. Diese Themen hätten auch in ihrem Wahlkampf eine große Rolle gespielt, und angesichts ihrer Erfahrung mit ihren eigenen drei Kindern habe sie das „wohl glaubwürdig vertreten“. Sie kenne die Verzweiflung junger Eltern, die keinen Betreuungsplatz für ihre Kinder fänden. Zu den ersten Aufgaben gehörten Feuerwehrgerätehäuser, die Verkehrsbelastung und ein „Check der Jugendfreundlichkeit“ Überherrns.

Die Juristin Anne Yliniva-Hoffmann hat drei Kinder. Die Tochter einer finnischen Mutter und eines saarländischen Vaters ist in Überherrrn aufgewachsen, sie arbeitet als Referatsleiterin „Ländlicher Raum“ im saarländischen Umweltministerium. In Überherrn ist sie Vorsitzende des SPD-Gemeindeverbandes.

Bürgermeister Bernd Gillo gratuliert seiner Nachfolgerin Anne Yliniva-Hoffmann. Foto: Alexandra Broeren

Ihr parteiloser Konkurrent Michael Fetik, 51, gratulierte ihr mit Umarmung schon zehn Minuten, bevor das Ergebnis feststand. Es war absehbar, weil Yliniva-Hoffmann vom ersten Ergebnis an, es kam aus Felsberg, mit über 60 Prozent führte.

Für ihn sei die Kandidatur eine „Riesenherausforderung“ gewesen, bilanzierte Fetik. Den Wahlkampf habe er als durchweg positive Zeit erlebt, „ohne jede persönliche Schlammschlacht“ auch schon vor dem ersten Wahlgang. „Ich habe wunderbare Menschen in meiner alten Heimat getroffen“, er habe „neue Freunde gefunden und eine starke Unterstützung durch die CDU.“ Der gehört er zwar nicht an, aber die Christdemokraten haben ihn gefördert.

Einer stimmte auf jeden Fall nicht für Fetik: Er selbst. Der 51-jährige Jurist hat 25 Jahre in Düsseldorf gelebt und war erst kürzlich nach Überherrn zurückgekehrt. Dort war er noch nicht lange genug gemeldet, um wählen zu dürfen. Düsseldorf, sagte Fetik, habe daher auch auf dem Wahlzettel gestanden. „Das hat vielleicht manchen irritiert.“

Von Frust indes keine Spur. „Geschmack gefunden“ habe er an der politischen Arbeit, er könne sich vorstellen, weiter einzusteigen, wo auch immer.

Vorerst aber geht es dann doch wieder nach Düsseldorf. Es sei „Plan B“ gewesen, dort wieder seine Tätigkeit als Anwalt für Mietrecht aufzunehmen.

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