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Als Schnecken und als Schnee durch SchwalbachWer hat den ältesten funktionierenden Computer?

Als Schnecken und als Schnee durch SchwalbachWer hat den ältesten funktionierenden Computer?

Hülzweiler. Günther Uder hat sich über die Jahre ganz schön verändert. Auf Fotos ist der 71-Jährige mal als Harlekin, mal als Tempeltänzer, mal als Joker zu sehen. Als Erinnerung hat er nicht nur alte Bilder.Knapp 200 Kostüme besitzt der Mann aus Hülzweiler, alle hat seine Frau selbst entworfen und genäht

Hülzweiler. Günther Uder hat sich über die Jahre ganz schön verändert. Auf Fotos ist der 71-Jährige mal als Harlekin, mal als Tempeltänzer, mal als Joker zu sehen. Als Erinnerung hat er nicht nur alte Bilder.Knapp 200 Kostüme besitzt der Mann aus Hülzweiler, alle hat seine Frau selbst entworfen und genäht. Über Jahrzehnte hinweg waren die beiden Gast auf Fastnachtsumzügen in Schwalbach, Überherrn oder Creuzwald, bis seine Frau vor fünf Jahren gestorben ist.

Zum ersten Mal sind sie 1975 mit dem Schwalbacher Umzug gegangen, als Harlekins. Mit fünf Personen, Günther Uder, seine Frau und ihre drei Kinder. Mit der Zeit kamen immer mehr Freunde und Bekannte dazu, "einmal waren wir über 30!", sagt Uder. Seine Frau war von Beruf Näherin. "Aber nie so exzessiv wie zu Fastnacht. Sie ist darin aufgegangen!", sagt er. "Dann durfte ich nicht mehr fernsehen. Dann kam die Nähmaschine runter und sie hat sich im Wohnzimmer breit gemacht." Zwei bis drei Kostüme hat seine Frau am Tag genäht, für die gesamte Gruppe, bis zu 35 pro Saison. "Hinter die Nähmaschine hat sie einen Notenständer gestellt und während des Nähens noch ihre Büttenreden gelernt!"

Unterwegs waren sie als Wikinger ("die Hörner-Hüte habe ich selbst gemacht"), als lebende Baumschule ("mit echten Zweigen und Tannenzapfen"), Schneegestöber ("Hunderte Wattebäuschchen waren da dran!") und als Glücksbringer ("ich war das Hufeisen!"). Auch als als Kartendeck, Hofvarieté, Schnecken-Parade und Cowboy-Clan sind sie aufgelaufen. "Die Idee für das Thema der Saison kam immer von meiner Frau", sagt Uder. Eine kleine Puppe, Miss Bisley, war auch immer mit dabei - natürlich stets im passenden Kostüm im Mini-Format.

"Hier, die Bierstoppen waren 1976", sagt er und zeigt auf ein Karlsberg-Kostüm, über und über mit Kronkorken benäht. "Die haben wir wochenlang gesammelt!", sagt er. 20 Kilo wiegt das Kostüm. "Meine Frau musste Hosenträher annähen, sonst wäre die schwere Hose immer runtergerutscht!" Die Kinder hatten natürlich Kronkorken von Wasser und Cola. "Und für diese Husarenuniform mussten wir extra den Sissi-Film ansehen!"

In einem extra Fotoalbum sind die Auftritte der Uder-Gruppe alle samt dokumentiert: Kostüm, Jahr, Anzahl der Gruppenmitglieder. Uder hat alle Kostüme aufgehoben. Das Harlekin-Kostüm mag er am liebsten. "Damit hatte der ganze Spaß angefangen." Eigentlich sei er gar kein Faasendbooz. "Deshalb hat meine Frau für mich immer ein besonderes Kostüm genäht, damit ich mitgehe!" Ein bisschen mehr goldene Farbe, ein paar Glöckchen mehr als die anderen und Günther Uder war dabei.Kreis Saarlouis. Die Saarbrücker Zeitung sucht alle 14 Tage außergewöhnliche Rekordhalter. In unserer Serie "Kreisrekord" stellen wir ausgefallene Höchstmarken aus dem ganzen Landkreis Saarlouis vor.

Für den nächsten Serienteil suchen wir den ältesten funktionsfähigen Computer: Ob Commodore oder Amiga, ob im Keller oder auf Ihrer Arbeitsstelle - wenn Sie den ältesten Computer haben, melden Sie sich!

Meldeschluss ist am Sonntag, 26. Februar. Den Gewinner stellen wir in der darauf folgenden Woche vor. nic

Adresse: Saarbrücker Zeitung, Adlerstraße 3, 66740 Saarlouis, oder melden Sie sich per Tel. (0 68 31) 9 49 84 55, Fax (0 68 31) 9 49 84 59 oder per E-Mail: redsls@sz-sb.de.