1000 Strohballen bei Feuer in Überherrn vernichtet

Feuerwehr-Einsatz : Feuer in Überherrn vernichtet 1000 Strohballen

Beängstigend, wenn 1000 Strohballen in der Nacht lichterloh brennen. Und gefährlich. Ein Brand in Überherrn forderte den Wehrleuten alles ab.

Großbrand in Überherrn: Bei dem Feuer am frühen Samstagmorgen wurden 1000 Strohballen vernichtet. Und 100 Löschkräfte von den Feuerwehren Überherrn, Saarlouis und Wadgassen waren mit 20 Fahrzeugen über Stunden im Einsatz. Ein Feuerwehrmann wurde verletzt. Die 150 Milchkühe des landwirtschaftlichen Betriebes blieben unversehrt

Gegen zwei Uhr in der Früh piepsten die Brandmelder der Feuerwehrleute in Überherrn. Ein Strohballenlager an der Landstraße 167 am Ortsausgang von Überherrn in Richtung Frankreich stand in Flammen. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brannte das Strohballenlager in voller Ausdehnung. Die Flammen Loderten meterhoch in den Überherrner Nachthimmel und sorgten für Aufregung und Unruhe bei den Anliegern der angrenzenden Straßen. Eine Flammenfront höher als die Bäume sorgte anfänglich für Angst und Schrecken

 Die Überherrner Wehr forderte über Funk sofort starke Verstärkungskräften aus der Nachbarschaft an. Die Feuerwehren aus Saarlouis und Wallerfangen eilten ihren Überherrner Kollegen zu Hilfe.

 Als Erstes galt es für die Überherrner Wehr, ein Übergreifen auf angrenzende Baumbestände und das landwirtschaftliche Anwesen zu verhindern. Danach begannen die eigentlichen Löscharbeiten. Die immense Hitze unmittelbar am Brandort machte den Feuerwehrleuten in ihrer dicken Schutzbegleitung stark zu schaffen. Nur unter Atemschutz und ständigem Wechsel der Einsatzkräfte konnten die Löscharbeiten an vorderster Front durchgeführt werden.

Ein Feuerwehrmann erlitt eine Rauchgasvergiftung und musste in ein Krankenhaus transportiert werden. Andere drohten im Feuerinferno kollabieren.

 Mit Unterstützung der Mitarbeiter des Bauernhofes liefen die Löscharbeiten schon nach kurzer Zeit auf Hochtouren. Vier Frontlader-Traktoren waren im Einsatz transportierten einen brennenden Strohballen nach dem andern aufs freie Feld, wo sie dann von den Feuerwehrkräften abgelöscht wurden. Dabei war größte Vorsicht geboten: Die Traktoren konnten nur unter Atemschutzmasken gefahren werden. Ein eingeschränktes Sichtfeld, starke Rauchentwicklung und trotz zahlreicher Scheinwerfer extrem schlechte Sichtverhältnisse sorgten für besondere Gefahren.

 Die rund 100 Feuerwehrleute aus Überherrn, Saarlouis und Wadgassen kämpften über Stunden bis zur Erschöpfung gegen die Flammen. Heftiger Wind ließ das Feuer immer wieder aufflammen. In den späten Vormittagsstunden war es dann geschafft: Die Strohballen waren komplett abgetragen, das Feuer gelöscht.

 Bauer Hermann-Josef Schaller, selbst die ganze Nacht im Einsatz, zollte den Einsatzkräften Dank und Anerkennung. „Beeindruckend, was sie bei den Löscharbeiten geleistet haben,“ lobte er die Arbeit der Feuerwehrleute bescheinigte ihnen höchst professionelle Arbeit.

Ihn trifft der Brand hart, wurden doch durch den Brand sämtliche Futtervorräte für seine 150 Milchkühe komplett vernichtet – ein Schaden von mindestens 35 000 Euro.

 Auch Kreisbrandinspekteur Bernd Paul zeigte sich mit der Arbeit seiner Feuerwehren hochzufrieden. „Ein immens großer Einsatz von den Löschkräften und eine erfolgreiche Zusammenarbeit der verschiedenen Wehren,“ stellte der Chef der Feuerwehren im Landkreis Saarlouis zufrieden fest. Zwischenzeitlich waren auch die Filtervorräte der Feuerwehren aus Überherrn, Saarlouis und Wadgassen zur Neige gegangen. Die Wehren aus Völklingen und Saarbrücken sprangen in die Bresche und sorgten kurzfristig für Nachschub.

 Besonders froh war man darüber, dass es frühzeitig gelungen war, ein Übergreifen der Flammen auf die Stallungen und das Wirtschaftsgebäude zu verhindern.

 Feuerwehr und Polizei gehen derzeit von Brandstiftung als Brandursache aus. Personen, die Angaben zu den Brand machen können oder denen verdächtige Personen oder Fahrzeuge aufgefallen sind, werden gebeten, sich mit der Polizeiinspektion Saarlouis, Telefon (0 68 31) 90 10, in Verbindung zu setzen.

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