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Therapiesitzung des Caritasverbandes Saar-Hochwald in Saarlouis

Aktionstag gegen Glücksspiel : Neue Wege in der Suchttherapie

Der Caritasverband Saar-Hochwald begeht mit der pferdegestützten Therapie gegen Suchtverhalten neue Wege. Im Saarland gibt es geschätzt 5500 Spielsuchtkranke.

Am Mittwoch war Aktionstag gegen das Glücksspiel. Aus diesem Anlass hielt die vom Caritasverband Saar-Hochwald organisierte Gruppe für Abhängige mit pathologischen Glücksspielverhalten eine außerordentliche Therapiesitzung auf der Liberty-Ranch in Saarlouis.

Die Teilnehmer trafen sich unter der Leitung von Jenny Becker zur pferdegestützten Therapie in der Suchtberatung. Die Therapieform besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen: Zum einen geht es darum, den Teilnehmern dabei zu helfen, ihre Selbstwirksamkeit sowie die Eigen- und Fremdwahrnehmung, eigenen Ressourcen und Grenzen zu erkennen. Daran anschließend werden Wege zur Verbesserung der eigenen Lage erkundet, indem die Stärken, das Selbstvertrauen, aber auch individuelle Lösungsstrategien und Impulskontrollen thematisiert werden. Durch die Fokussierung auf sich selbst können Visionen entwickelt und Ziele definiert werden. Dabei nimmt das Pferd als Co-Trainer eine wichtige Rolle ein. „Pferde sind der Spiegel unserer Seele und Persönlichkeit“, sagt Jenny Becker.

Konkret führen die Teilnehmer unkonventionelle Übungen aus, die alte Verhaltensmuster hervorrufen. Diese werden dann im direkten Umgang mit dem Pferd bearbeitet. Die Trainerin begleitet diesen Prozess als interaktive Wegbegleiterin im individuellen Entwicklungsprozess mit gezielten Fragestellungen.

Pathologisches Glücksspiel geht mit einer Impulskontrollstörung einher. Dabei sind zumeist Männer betroffen. Allein in Deutschland gibt es in etwa 229 000 problematische und 200 000 pathologische betroffene Glücksspielsüchtige. Auch geschätzt 5500 Menschen im Saarland haben ein ernsthaftes Glücksspielproblem.

Der Caritasverband bietet bereits seit mehr als 20 Jahren Beratung und Therapieangebote zur Glücksspielsucht an. Da Abhängigkeiten auch häufig zu Konflikten in Partnerschaft und Familie führen, können auch Angehörige bei Bedarf begleitet werden. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich, unabhängig von Konfession und Nationalität, auf Wunsch anonym und unterliegt der Schweigepflicht.

Eine erste Hilfestellung für Betroffene kann die Cari-App sein. Die Cari-App ermöglicht die Messbarkeit von Verlangen, Stimmung und Konsum über einen beliebigen Zeitraum hinweg. Sie dient als objektive Unterstützung bei der Selbstanalyse. Darüber hinaus können Frühwarnsignale zur Vorbeugung eines Rückfalls individuell hinterlegt werden. Eigene oder gemeinsam mit dem Therapeuten gesteckte Ziele können festgelegt und überprüft werden. Zusätzlich können Fotos zur Dokumentation, aber auch Hausaufgaben und Vereinbarungen mit dem Therapeuten vermerkt werden.