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TGSBBZ Saarlouis ist seit heute Botschafterschule für das Europäische Parlament

Europa in der Schule : „Die nächsten Monate werden wieder EU-lastig“

„Botschafterschule für das Europäische Parlament“ darf sich das TGSBBZ Saarlouis jetzt nennen. Dahinter steht viel Engagement für die Zukunft von Europa.

Botschafter für Europa ist das Technisch-Gewerbliche und Sozialpflegerische Berufsbildungszentrum (TGSBBZ) in Saarlouis seit Freitagmittag. Zum Abschluss einer dreitägigen Projektphase überreichte die Staatssekretärin im Bildungsministerium, Christine Streichert-Clivot, die Auszeichnung zur „Botschafterschule für das Europäische Parlament“.

Das Saarlouiser TGSBBZ ist damit die zweite Schule dieser Art im Saarland, betonte Streichert-Clivot. „Und die erste berufliche Schule.“ Dafür tun Schüler und Lehrkräfte auch einiges. Alleine in den vergangenen drei Tagen liefen Projekte zu Europa. Darunter eine virtuelle Reise von einer Tankstelle in Schengen, über das Europäische Parlament in Brüssel bis St. Petersburg und Griechenland. Andere Gruppen nähten Kissen mit den Flaggen europäischer Nationen, bastelten ein Brettspiel zur Vernetzung der Staaten oder nutzten das Internet für Informationen darüber, wie andere Kulturen Europa sehen.

„Wir fanden das alles interessant“, sagte Alex, 16, zum Internetprojekt. „Ich wusste gar nicht, dass in Afrika so viele zur Schule gehen. Und selbst in Amerika haben vor allem nur die Reichen eine Krankenversicherung.“ 180 Schülerinnen und Schüler hatten an den Projekten teilgenommen, etwa 130 waren bei der Abschlussveranstaltung da. Sie gehören zu den Bereichen Sozialpflege, Oberstufengymnasium und Fachoberschule Technik.

Für den Einsatz seit 2018, der schließlich zur Auszeichnung führte, bedankte sich Schulleiterin Dr. Margret D. Schmitt ausdrücklich. Für viele „ist Europa etwas ganz Praktisches“, sagte Streichert-Clivot. Beispielsweise mit der Möglichkeit, nach einer Berufsausbildung in EU-Ländern arbeiten zu können. Aber „das Projekt Europa ist nur möglich, wenn wir alle unseren Beitrag dazu leisten“.

Zu den Zielen einer Botschafterschule gehöre die Vernetzung untereinander, sagte Streichert-Clivot. Unterstützung gebe es unter anderen mit Fördermitteln für den Schüleraustausch. Das entspricht dem Ziel des Europäischen Parlamentes. Denn mit diesen Schulen soll das Bewusstsein für Europa und das Parlament gestärkt werden. Gestartet ist dieses Projekt 2015/16 in fünf Bundesländern, 2017 war es bundesweit unterwegs. Seit 2018 gehört auch das TGSBBZ Saarlouis mit Projekten und europapolitischen Fragen zu den teilnehmenden Schulen.

Jetzt erfolgte die offizielle Bestätigung als „Botschafterschule des Europäischen Parlamentes“. Dazu hatte Projektleiter Christian Hoffmann die Bewerbung eingereicht, der auf mittlerweile sieben Junior-Botschafter bauen kann. Das sind engagierte Schülerinnen und Schüler. „Wir organisieren zahlreiche Projekte“, stellte einer von ihnen dar, Skender Berisha. Er ist am Oberstufengymnasium. Zu Terminen gehörten der Besuch des Landtags in Saarbrücken und erste Kontakte mit anderen Schulen.

Die Mitschüler „sind super begeistert“, sagte Berisha. „Gerade weil die sehen, was alles gemacht wird.“ Der Hausherr der Kreisschulen, Landrat Patrik Lauer, verwies auf Konsequenzen, sollte Europa scheitern. Gehe beispielsweise Großbritannien raus, „dann verlieren erst mal wir alle“. Und Europa sei wichtig im Wettbewerb mit großen Wirtschaftsnationen wie USA und China. Da könne Deutschland mit seinen 80 Millionen Einwohnern nicht alleine bestehen.

Er sei froh, „dass sich junge Menschen wieder mit Europa beschäftigen“, sagte Lauer. Frühere Generationen wären womöglich zu satt und bequem geworden. „Die nächsten zwei bis drei Monate werden durchaus wieder EU-lastig“, versprach Christian Hoffmann, der als Lehrer auch Senior-Botschafter ist. Zur Europawahl komme beispielsweise ein Wahl-O-Mat. Dann stehen die Wahl von Junior-Botschaftern an und weitere Projekte.