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Tarifstreit im Einzelhandel: Verdi ruft Ikea Saarlouis heute zum Streik auf

Tarifstreit : Nach Aufruf von Verdi - Beschäftigte von Ikea Saarlouis streiken heute

Im Tarifstreit im saarländischen Einzelhandel ist auch die dritte Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern geplatzt. Aus diesem Grund ruft Verdi die Beschäftigten von Ikea in Saarlouis heute zum Warnstreik auf.

Im Tarifstreit für den saarländischen Einzelhandel ist weiter kein Ergebnis in Sicht. Nachdem auch die dritte Verhandlungsrunde ergebnislos blieb, ruft die Gewerkschaft Verdi heute erneut zu Streiks auf. Betroffen davon sind auch die Beschäftigten von Ikea Saarlouis, die am heutigen Donnerstag zu einem ganztägigen Streik aufgerufen sind. Das bestätigte Monika Di Silvestre, die Landesbezirksfachbereichsleiterin für Handel für den Bezirk Rheinland-Pfalz-Saarland, auf SZ-Anfrage.

Kunden müssten daher vor Ort heute mit weniger Personal auf der Fläche rechnen, so Di Silvestre.

Verdi fordert für die Beschäftigten im Einzelhandel unter anderem eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent plus 45 Euro pro Monat für alle Beschäftigen, 100 Euro mehr Ausbildungsvergütung, sowie ein Mindesteinkommen von 12,50 Euro pro Stunde bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Nach Ansicht von Verdi haben die Arbeitgeber bis heute noch kein verhandlungsfähiges Angebot für die Beschäftigten vorgelegt.

Di Silvestre: „Die Beschäftigten im Handel wollen keine Almosen, sondern eine gerechte und wertschätzende Erhöhung der Einkommen, mit denen sie die täglichen Lebenshaltungskosten bezahlen können. Schließlich waren und sind es immer noch sie, die den Laden tagtäglich am Laufen halten und die Bürgerinnen und Bürger täglich mit den Waren des täglichen Bedarfs versorgen.“ Das aktuelle Angebot der Arbeitgeber würde derzeit für die Beschäftigten einen enormen Reallohnverlust bedeuten, der nicht im Verhältnis zu den aktuellen wirtschaftlichen Branchendaten stehe.

Im hessischen Einzel- und Versandhandel konnten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber am gestrigen Mittwoch nach sechsmonatigen Verhandlungen einigen. Nach Angaben von Verdi sollen die Gehälter hier rückwirkend zum 1. August um 3,0 Prozent und zum 1. April 2022 um weitere 1,7 Prozent angehoben werden. Vereinbart worden sei ferner, die Ausbildungsvergütungen in beiden Tarifjahren in allen drei Ausbildungsjahren um 30 Euro anzuheben. Der Tarifvertrag habe eine Laufzeit bis zum 31. März 2023, hieß es weiter. 

Man hoffe, dass sich die Arbeitgeber auch hier ein Beispiel daran nehmen würden, kommentierte Di Silvestre die Einigung im Hinblick auf die noch andauernden Verhandlungen im Saarland.