1. Saarland
  2. Saarlouis

Sunkings-Spieler Burgard möchte sich mehr in die Gesellschaft einbringen

Vorschau : Sunkings-Center Burgard hat in den USA viel gelernt

„Der Basketball ist in den USA athletischer als in Deutschland. Wir setzten mehr auf Taktik“, sagt Nicholas Burgard Von den Saarlouis Sunkings, der von seinen vier Studien-Jahren in Amerika berichtet.

Am Wochenende ist der 25-Jährige wieder in der Basketball-Regionalliga im Einsatz:

Am Samstag empfangen die Sunkings ihre Gäste vom Gießen Pointers Basketball um 19 Uhr in der Sporthalle am Stadtgarten in Saarlouis. Damit trifft der Tabellensechste der aktuellen Saison auf den Viertplatzierten.

Nach seinem Abitur im Jahr 2013 an der Urspringschule – einem offiziellen Basketball Internat des Deutschen Basketball Bundes in Ulm – zog es Burgard in die USA. „Dort habe ich „Buisnessmanagment and Administration“ auf Bachelor studiert – das ist in Deutschland mit einem BWL-Studium zu vergleichen“, erzählt Burgard.

Allerdings ist er nicht direkt auf die andere Seite des Atlantiks gegangen. Stattdessen hat er ein Jahr Pause eingelegt, allerdings nicht freiwillig: „Im Jahr 2013 habe ich mir im Winter mein Kreuzband beim Basketball spielen gerissen“, erzählt der 25-Jährige. Im Frühling ist er dann am Knie operiert worden. Bereits im Juli hat er sich aber wieder frei bewegen können.

„Ich bin ein Mensch, der sich ständig weiterentwickeln möchte“, sagt der Center. Daher arbeitete Burgard ein Jahr in der Hausmeisterei und als Betreuer einer Basketball-AG an der Urspringschule. „Das war sehr interessant, und ich habe was fürs Leben gelernt“, berichtet Burgard.

Parallel hat er sich an der Universität Hagen am Jura-Studium versucht. „Das hat nicht sonderlich gut geklappt“, verrät der Center. „Es war nicht einfach, die Universität, die Arbeit und den Basketball unter einen Hut zu bekommen“, betont er. Der 25-Jährige war mit seiner Situation nicht glücklich, deshalb hatte er dann nach einer neuen Herausforderung gesucht.

Dann spielte ihm der Zufall in die Hände: „Der Assistenztrainer der Basketballmannschaft an der Universität Alaska Anchorage, Cameron Turner, hat mich über Facebook kontaktiert und angefragt“, erzählt Burgard. „Meine ehemaligen Mitspieler aus Urspringen, Kalidou Diouf und Taylor Rohde haben mich dort dem Trainer empfohlen – Turner hat mich dann in einigen Skype-Telefonaten von Alaska überzeugt.“ Burgard ist Teil eines Athleten-Programms geworden, das ihm seinen Aufenthalt durch ein Sport-Stipendium finanzierte. Der 25-Jährige spielte für die Basketballer der Universität in Alaska. „Es war kein Kulturschock. Wir leben in Deutschland sehr amerikanisch. Wir schauen die gleichen Filme und hören dieselbe Musik“, verrät Burgard.

Nach einem Jahr in Alaska ging es dann an das Western Community College im US-Bundesstaat Wyoming. „In Alaska brach ich mir den unteren Wirbel“, verrät der Center, durch die sportliche Ungewissheit habe er in Alaska kein Stipendium mehr erhalten. In Wyoming traf Burgard dann auf die Glaubensrichtung der Mormonen. „Das ist ein stark religiöses Volk. Es hat mich im Alltag eingeschränkt. Sie haben eine andere Lebensweise nicht akzeptiert.“ Dinge wie Kaffee oder Alkohol sind für sie tabu. Nach einem Jahr in Wyoming ging es für Burgard dann zwei Jahre nach Espanola im US-Bundesstaat New Mexiko.

Dort studierte er am Northern New Mexiko College. „Die Zeit in Espanola hat mich geprägt“, meint der 25-Jährige. In Espanola sei Drogenkriminalität und Gewalt Alltag gewesen. „Im Frühjahr 2017 habe ich in der Nähe meiner Wohnung eine Schießerei miterlebt.“ Einige Schüsse seien auch durch die Fenster der Wohnung direkt unter ihm gegangen. Auch die Armut vor Ort hat Burgard nachdenken lassen: „Einige konnten sich nicht mal Schuhe leisten“, berichtet der Center. Seitdem engagiert sich Burgard mehr im sozialen Bereich und möchte sich auch in der Zukunft in der Gesellschaft mehr einbringen.