| 21:15 Uhr

Streiks erreichen Saarlouiser Kitas

Saarlouis. Seit Wochen kämpfen nunmehr schon bundesweit die Erzieher, Sozialarbeiter und Kinderpfleger aus kommunalen Kindertageseinrichtungen öffentlich für einen Gesundheitstarifvertrag. Gestern hatte die Streikwelle auch Saarlouis erreicht. Die Einrichtungen der Kreisstadt (Metzer Wiesen, Steinrausch, Picard, Römerberg und Neuforweiler) blieben geschlossen Von SZ-Mitarbeiterin Heike Theobald

Saarlouis. Seit Wochen kämpfen nunmehr schon bundesweit die Erzieher, Sozialarbeiter und Kinderpfleger aus kommunalen Kindertageseinrichtungen öffentlich für einen Gesundheitstarifvertrag. Gestern hatte die Streikwelle auch Saarlouis erreicht. Die Einrichtungen der Kreisstadt (Metzer Wiesen, Steinrausch, Picard, Römerberg und Neuforweiler) blieben geschlossen. Die Gewerkschaft Verdi organisierte am Kleinen Markt eine Kundgebung, an der sich auch die Mitarbeiter aus den Einrichtungen in Bous, Völklingen, Püttlingen und Heusweiler beteiligten. Soziale Berufe, wie der von Erzieherinnen, Sozialarbeitern und Kinderpflegern müssen besser wertgeschätzt werden und verdienten eine entsprechende Anerkennung. Das ist die Kernaussage im Arbeitskampf. Viel Lärm und StressDie Angestellten in Kindertagesstätten sehen sich einer hohen Lärm- und Stressbelastung ausgesetzt, Schallschutzmaßnahmen und kleinere Gruppen in den Kindertagesstätten würden Abhilfe schaffen. Zudem würden Angestellte mit gesundheitlichen Problemen kämpfen, weil es in den meisten Einrichtungen fast nur kindergerechte Möbel gibt. Zudem fordern die Erzieher eine Tariferhöhung. Derzeit liegen die Gehälter zwischen 2300 bis 2700 Euro brutto im Monat, gefordert werden jetzt etwa 3200 Euro. "Das, was die Arbeitgeber uns derzeit anbieten, ist weniger als Placebo", sagte Stefan Schorr, Sprecher von Verdi. Allerdings sieht er die Arbeitgeberlager im Arbeitskampf mittlerweile zerstritten. Nicht zuletzt zeige sich das in der Solidarität mancher saarländischer Oberbürgermeister und Bürgermeister. Acht haben bisher eine Resolution unterzeichnet, die Verdi verfasst hat. Auf der Resolutionsliste steht auch Oberbürgermeister Roland Henz, der im Namen seiner Stadt unterzeichnete. Und wie Bürgermeister Klaus Pecina als zuständiger Dezernent betonte, tue die Stadt "sehr viel für seine Einrichtungen". Sieben hauswirtschaftliche Kräfte hat die Stadt in seinen fünf Einrichtungen eingestellt, sie arbeiten insgesamt 120 Stunden die Woche und entlasten damit die Erzieherinnen beim Küchendienst, bei der Wäsche und Pflege. Außerdem sind 4,85 Erzieherinnenstellen neu besetzt worden, die zur weiteren Entlastung sorgen. Stühle für ErzieherinnenWie Klaus Berwanger, zuständiger Amtsleiter, erklärte, habe die Stadt bereits vor der Forderung nach gesundheitsschonendem Mobiliar reagiert und den Erzieherinnen ergonomisch geformte und verstellbare "Erzieherinnenstühle" beschafft. Bei weiteren Maßnahmen, zum Beispiel auch zum Thema Lärmschutz, bliebe abzuwarten, was bei den Tarifverhandlungen herauskäme.