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Startbahn 25
Erfolgreich gegen Jugendarbeitslosigkeit

In der Metallwerkstatt (von links): Stefanie Zwick, Mitarbeiterin des Jobcenters, Sebastian Schneider, Koordinator der KEB, Landrat Patrik Lauer, Uwe Schubert, Ausbilder bei der Startbahn, Christian Franke, Leitung und Koordination des Projekts, und ein Teilnehmer der Startbahn 25
In der Metallwerkstatt (von links): Stefanie Zwick, Mitarbeiterin des Jobcenters, Sebastian Schneider, Koordinator der KEB, Landrat Patrik Lauer, Uwe Schubert, Ausbilder bei der Startbahn, Christian Franke, Leitung und Koordination des Projekts, und ein Teilnehmer der Startbahn 25 FOTO: Landkreis Saarlouis / Lara Kühn
Kreis Saarlouis. Startbahn 25 ist ein Projekt im Landkreis Saarlouis, das seit fünf Jahren von Erfolg zu Erfolg eilt. Es geht weiter – mit besten Wirkungen gegen die Jugendarbeitslosigkeit. Von Mathias Winters

Vor fünf Jahren hat es begonnen, die Zukunft ist gesichert: Das Projekt Startbahn 25 feierte gestern Geburtstag und die Fortschreibung für 2019 – und länger, die Finanzierung erfolgt immer nur für ein Jahr. Dass es weiter gehen wird, ja muss, wurde gestern bei einem Termin in den Räumen der Startbahn an der Ludwig-Karl-Balzer-Allee in Saarlouis deutlich. Anlass für den Besuch von Landrat Patrik Lauer war die Übergabe des Bewilligungsbescheids für kommendes Jahr. Diesen Termin nutzten die Partner – das sind Jobcenter des Kreises, Diakonie Saar und Katholische Erwachsenenbildung (KEB) – für eine Präsentation des Projekts.


Kein schlichter historischer Abriss der zurückliegenden fünf Jahre (Erfolgs-)Geschichte, sondern ein Blick auf die Gründe, warum es so gut läuft mit diesem saarland- und im Grunde auch bundesweit einzigartigen Zusammengehen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. „Jugend“ heißt hier bis 24 Jahre einschließlich. Startbahn 25 hat seine Kunden unter den jungen Menschen, die Sozialhilfe beziehen.

Junge Menschen mit vielerlei Brüchen und Problemen in Schul- und Ausbildungslebensläufen, oft aus den oft zitierten schwierigen (Familien-)Verhältnissen. Viele von ihnen brauchen Unterstützung in mehreren Bereichen. Deswegen reichen die Kompetenzen in den Teams der Startbahn von Arbeitsvermittlung, Pädagogik und Psychologie über etliche berufliche Fachbereiche bis hin etwa zum Fahr- und Besuchsdienst.



Letzterer ist ein gutes Beispiel für das, was Lauer mit den Worten beschreibt: „Wir nehmen die jungen Menschen an die Hand und lassen sie nicht mehr los, bis sie ein selbstbestimmtes Leben aufgebaut haben.“

Wenn einer von ihnen morgens nicht erscheint, fährt der Dienst zu ihm, um nach dem Rechten zu sehen. Nicht selten bedeutet das, dass er oder sie den Tag dann doch nicht versäumen.

Die Zahlen beeindrucken. Vielleicht die 2,5 Millionen Euro pro Jahr an Aufwendungen (davon eine knappe Millionen Landes- und Zuschüsse des Europäischen Sozialfonds). Doch das ist nicht viel angesichts der über 1600 jungen Leute, die seit Projektstart 2013 in Aus- und Weiterbildung oder den ersten Arbeitsmarkt integriert wurden, meint sicherlich nicht nur Lauer. „Es gibt kaum ein weiteres so erfolgreiches Projekt in meiner Amtszeit als Landrat“, sagt er. Er meint vor allem den Gewinn für die jungen Menschen, „die wir nicht verlieren in fünf Jahrzehnte ohne Arbeit“. Arbeit, die für ihn und die Leute von Startbahn 25 zu den Grundrechten gehört.