Stadtrat Saarlouis verabschiedet Resolution zu Entlassungen bei Ford

Sorgen bei Ford : Stadtrat Saarlouis solidarisiert sich mit Ford-Arbeitern

Der Schock sitzt tief. Ford, größter Arbeitgeber im Kreis Saarlouis, streicht 1600 Stellen. Ohne große Diskussion hat der Stadtrat Saarlouis einstimmig eine Resolution zu diesen Plänen verabschiedet.

Einstimmig hat der Stadtrat Saarlouis am Donnerstag Abend seine Solidarität mit den Ford-Arbeitern bekundet. Grund für die Resolution ist die Ankündigung von Ford, 1600 Arbeitsplätze zu streichen, indem die komplette Nachtschicht gestrichen werden soll. „Saarlouis ist Ford-Stadt und muss es auch bleiben“, fordert der Rat. Die Ford Werke GmbH solle mit dem Betriebsrat in Verhandlungen treten, geschlossene Standort- und Betriebsvereinbarungen einhalten, eine Zusage für ein Nachfolgemodell für den Focus geben, der in Saarlouis gebaut wird, sozialverträgliche Lösungen für die Belegschaft vereinbaren und ein klares Bekenntnis zu einer langfristigen Standortsicherung abgeben.

Ford hat seine Ankündigung einerseits mit schlechten Absatzzahlen für den ebenfalls in Saarlouis hergestellten C-Max begründet, der im Sommer 2019 eingestellt werden solle. Zudem bleibe der Focus hinter den Erwartungen zurück, zitiert die Resolution Informationen nach einer Betriebsversammlung.

OB Peter Demmer sagte, nach euphorischen Nachichten bei der Einführung des neuen Focus vor nur wenigen Monaten sei diese Nachricht „wie eine Bombe“ eingeschlagen.

SPD-Fraktionschef Hakan Gündüz verlangte von Ford, „die Belegschaft nicht im Unklaren zu lassen“. Hubert Ulrich (Grüne) kritisierte den Zeitpunkt „so kurz vor Weihnachten“. Es handle sich auch um eine „erste Auswirkung des Brexit im Saarland. Es wird nicht die einzige Kündigungswelle bleiben.“ Zudem betreffe die Reduzierung bei Ford auch Arbeitsplätze der umliegenden Zulieferer.

Vertreter der Fraktionen räumten allerdings auch ein, dass die Wirkung einer solchen Resolution sehr begrenzt sei.

DIe Resolution war einstimmig von sieben der acht Gruppierungen im Rat beschlossen worden; eine Gruppierung, die AfD mit einem Sitz, nahm an der Sitzung nicht teil.

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