Städtebau Stadtrat billigt Bau-Kompromiss

Saarlouis · Der Stadtrat hat einstimmig die Maßnahmen akzeptiert, mit denen der Bauherr ein großen Gebäudes an der Lothringer Straße in Saarlouis an die Baugenehmigung anpassen will. Das Gebäude war laut Unterer Bauaufsicht fast einen Meter zu hoch geraten und fügte sich auch nach Auffassung des Stadtrates optisch nicht in die vorhandene Bebauung ein.

Der Rat hatte diese Abweichung von den genehmigten Plänen zum Anlass genommen, entschiedener auf Baudisziplin in Saarlouis zu achten. Zunächst wurde ein Baustopp verhängt. „Der kostet Geld, eine angemessene Strafe für einen Bauträger“, befand Hubert Ulrich (Grüne). Der Rat fühle sich von früheren Fotomontagen „ein bisschen an der Nase herumgeführt“. Zurückdrehen aber „können wir es nicht“, was für die Grünen bedeute: zähneknirschend der neuen Lösung zustimmen.

Hart gerungen habe man mit dem Bauherrn, der ASPRO, sagte CDU-Fraktionschef Raphael Schäfer, bis man „einen guten Kompromiss“ erzielt habe. Aber der Stadtrat habe auch nicht die Verantwortung für eine Bauruine haben wollen, die drohe, wenn die Angelegenheit vor Gericht gehe. Den Rückbau regelt nun eine neue Baugenehmigung. Das Gebäude, sagte Schäfer, wirke nun weniger mächtig. Auch die SPD fand, dass sich das jetzige Konzept besser in die Umgebung einfüge. ASPRO sei der von der SPD geforderten größeren Transparenz der Darstellung gefolgt.

Gänzlich anders sah es FWG-Fraktionschef Altomario Locurcio. Er teilte vor der Sitzung mit: „Vor allem, nachdem ich heute Morgen nach Besichtigung der eingestellten Baustelle feststellen musste, dass ein Lkw mit Gipskartonplatten abgeladen worden ist, wird die FWG-Fraktion aus Protest nicht an der heutigen Stadtratssitzung teilnehmen.“ Und weiter: Welchen Sinn solle eine Stadtratssitzung haben, wenn durch das „Zusammenwirken von Verwaltung, CDU, Grünen, Jungmann und dem Investor ohnehin das Abstimmungsergebnis bereits vorher feststeht“?

Jetzt sollen unter anderem Giebelhöhen zurückgenommen, eine Brüstung der Loggia im 4. Obergeschoss zurückgesetzt werden, sodass der Eindruck eines Staffelgeschosses entsteht. Das Dachgeschoss, das entgegen der Baugenehmigung durchlaufend gebaut wurde, wird nun im mittleren Bereich unterbrochen. Giebelwände erscheinen nun in weniger wuchtigen Lichtgrau. Die Firstlinie wird auf die ganze Linie abgebrochen.

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