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Unwetter im Landkreis Saarlouis
Gefährlich: „Das Wasser steht Oberkante“

Die Unterführung in Landsweiler Richtung Sportplatz musste wegen Überflutung gesperrt werden. Der Mandelbach trat über die Ufer.
Die Unterführung in Landsweiler Richtung Sportplatz musste wegen Überflutung gesperrt werden. Der Mandelbach trat über die Ufer. FOTO: Tobias Christmann
Kreis Saarlouis. Sintflutartiger Regen sorgte am Montag im Landkreis Saarlouis für zahllose Einsätze von Feuerwehren und Polizei.

Die wohl stärkste Wirkung hatte der Starkregen am Montag Nachmittag auf der L 170 zwischen Wallerfangen und der Saarbrücke nach Dillingen. Auf Höhe der Brücke unterspülte den nahe der Straße anstehenden Sandstein und brachte das rostfarbene Erdreich zum Rutschen. Im selben Augenblick fuhren nach Angaben der Polizei zwei Autos aneinander vorbei. Die Schlammlawine erwischte beide und begrub die Fahrzeuge teilweise. Ein Fahrer wurde dabei leicht verletzt. Die Straße zwischen Wallerfangen und Rehlingen bleibt vorerst komplett gesperrt. Wie lange, das sei noch nicht abzusehen, sagte Martin Hoffmann von der Polizeiinspektion Saarlouis. Denn jetzt muss die Sicherheit entlang der Felswand genau geprüft werden. Vor Ort übernahm am späteren Nachmittag die Straßenmeisterei die Räumarbeiten, Feuerwehr und Polizei konnten anderswo eingesetzt werden. Entgegen anfänglichen Befürchtungen rutschte kein Erdreich auf die parallel zur L 170 laufenden Autobahn A 620.


Außer im südlichen Teil des Kreises waren Feuerwehr und Polizei am Montag seit der Mittagszeit im Dauereinsatz. Bous, Ensdorf, Schwalbach und Wadgassen waren von den sintflutartigen Regenfällen „gar nicht betroffen“, wie Kreis-Pressesprecherin Lara Kühn die SZ wissen ließ, „aber dafür war es in den neun übrigen Kommunen  heftig“. Am Abend hatten laut Landkreis rund 800 Kräfte von Feuerwehr, THW und DRK Einsätze an etwa 400 Stellen hinter sich. Weitere werde wohl folgen, denn der Pegel der Prims stieg gestern Abend noch.

Nalbach traf es besonders hart. Hier waren der Zentrale in Saarlouis 35 Einsätze gemeldet worden. Es ging vor allem darum, vollgelaufene Wohnungen und Keller leer zu pumpen. Das war das Übliche auch in den anderen Städten und Gemeinden. Von neun in Saarwellingen bis 46 in Saarlouis reichte gegen 18 Uhr die Bandbreite der Menge an Alarmierungen der Feuerwehr. Besonders gefährlich wurde es in Siersburg, wo die Regenmassen Gullideckel anhoben und versetzten. In Schmelz herrschte Hochbetrieb in der Sandsack-Abfüllstation. Hier wurde außerdem der Campingplatz überflutet.



Etliche Straßen im Kreisgebiet mussten gesperrt werden. Die Orte der Sperrungen wechselten den ganzen Tag über. Die Polizei richtete sich ebenso wie die Wehren auf eine lange Nacht ein, denn: „Das Wasser steht Oberkante“, hieß es. Auch vergleichsweise geringer Niederschlag könnte zu weiteren oder erneuten Sperrungen führen. „Heute Nacht soll es noch einmal heftig regnen“, blickte Landkreis-Sprecherin Kühn sorgenvoll voraus. „Wir sind noch in Habacht-Stellung.“

Unwetter: Erdrutsch zwischen Dillingen und Wallerfangen. Zwei Autos wurden erfasst.

Foto: Rolf Ruppenthal/ 11. Juni 2018
Unwetter: Erdrutsch zwischen Dillingen und Wallerfangen. Zwei Autos wurden erfasst. Foto: Rolf Ruppenthal/ 11. Juni 2018 FOTO: Ruppenthal
Wehrleute räumen umgestürzte Bäume weg.
Wehrleute räumen umgestürzte Bäume weg. FOTO: Ruppenthal
Für Augenblicke wurde es plötzlich stockdunkel wie in der Nacht.
Für Augenblicke wurde es plötzlich stockdunkel wie in der Nacht. FOTO: Ruppenthal