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Freilichtbühne: Zur Vorstellung kam die Sonne raus

Freilichtbühne : Zur Vorstellung kam die Sonne raus

Begeisterte Zuschauer erlebten auf der Naturbühne in Hülzweiler die Premiere von Robin Hood.

Regenschirm oder Sonnenschutz - diese Frage stellten sich die zahlreichen Besucher der Premiere von „Robin Hood“ am Sonntagnachmittag wohl noch bis kurz vor Premierenbeginn. „Gegen 13 Uhr haben wir hier zusammengestanden und hatten Tränen in den Augen. Ein richtiger Wolkenbruch war gerade runtergekommen und hat unsere Nebenbühne unter Wasser gesetzt“, erzählte Hans Georg Bock, Vorsitzender der Volksbühne Hülzweiler. Die begeht an insgesamt sieben Spieltagen mit dem überaus aktionsreichen Stück um Intrigen und Gerechtigkeit das 90-jährige Bestehen der Freilichtbühne. Und da eine Freilichtbühne nun mal im Freien liegt, sind sowohl Akteure als auch Zuschauer dem Wetter ausgeliefert. Vor allem die Technik, erklärte Sandra Becker, die in diesem Jahr neben der Musik die Rolle der Mutter Page übernommen hat, sei einfach viel zu teuer, um sie heftigem Regen auszusetzen.

Und dann ging - zum Glück - alles gut aus, der Premiere stand nichts im Wege. Die dunklen Wolken verzogen sich passend zum ersten Gong, die 40 Mimen verschwanden hinter den Kulissen und bereiteten sich auf die Premiere vor. Seit März war fleißig geprobt worden, um dieses farbenfrohe, turbulente und zugleich auch emotionale Spektakel auf die Bühne zu bringen.

Der erste Applaus des Nachmittags galt Souffleuse Gisela Haupts. Ihr Eingreifen wurde von dem überaus altersgemischten Ensemble nicht benötigt, von Anfang an präsentierten sie sich absolut textsicher und bühnenpräsent. Von Anfang an nahm Robin Hood, glänzend gespielt von Björn Roik, das Publikum mit in seine Welt des Sherwood Forest. Nur wenig Sympathien erntete dagegen sein Widersacher, der Sheriff von Nottingham. Fast schien es so, als hätte sich Hubert Haupts, Ehrenvorsitzender des Vereins und Urgestein auf der Freilichtbühne, tatsächlich eine Magenverstimmung eingehandelt, so überzeugend waren seine Schmerzen an Galle und Milz.

Spätestens nach der Schlüsselszene am Ende des ersten Aktes, in der die beiden besten Freunde Robin Hood und Little John tatsächlich auch noch vor den Augen des begeisterten Publikums baden gingen, waren die Zuschauer gefangen in der Geschichte.

Dass am Ende alles gut ausging und das Publikum natürlich auf der Seite ihres großen Helden Robin Hood war, hatte das Ensemble einkalkuliert. Doch spätestens beim Schlussapplaus wurden alle Akteure, auch die vermeintlich bösen, mit donnerndem Beifall für diese überragende Spielleistung bedacht. Ein absolut familientaugliches Stück, das sich allemal lohnt, angeschaut zu werden.

Die weiteren Aufführungstermine: Samstag, 5. August, 21 Uhr, Sonntag, 6. August, 16 Uhr, Freitag, 18. August und Samstag, 19. August, jeweils 21 Uhr, Samstag, 26. August, 21 Uhr und Sonntag, 27. August, 16 Uhr. Karten zum Preis von 9 Euro für Erwachsene (Kinder von 4 bis 6 Jahre 5 Euro), außerdem Familienkarten und Gruppenkarten ab 20 Personen gibt es bei Kaufhaus Pieper (Saarlouis), Rathaus Schwalbach, Schreibwaren Derrenbecher (Elm), Uhren-Schmuck Helfen (Hülzweiler) und Tabakwaren Baltes (Hülzweiler), Reservierungen unter Telefon (0 68 31) 50 60 56.

www.volksbuehne-huelzweiler.de