Zoll hebt professionelle Cannabis-Plantage in Schwalbach aus

Schlag in Schwalbach gegen Drogenhandel : Mann versteckt im Keller professionelle Cannabis-Plantage

Die Spur führte Fahnder nach Amphetamin-Fund in Losheim in den Landkreis Saarlouis. Dabei stellten sie eher zufällig die Pflanzen mit einem geschätzten Schwarzmarktwert von etwa 35 000 Euro sicher.

Einen Schlag gegen den organisierten Drogenhandel ist Ermittlern des Zollfahndungsamtes in Schwalbach geglückt. Dort hoben sie eine gut getarnte Cannabis-Plantage aus, wie Behördensprecher Hans-Jürgen Schmidt in Frankfurt/Main meldet. Demnach waren seine Kollegen am Dienstag (14. Mai) mit Durchsuchungsbefehl beim mutmaßlichen Züchter aufgetaucht. Im Keller seines Hauses stießen sie auf die 144 Pflanzen. Sie waren vor neugierigen Blicken hinter einer Holzverkleidung versteckt. Professionelle Entlüftung sorgte dafür, dass es keinen auffälligen Geruch gab, den die Drogenpflanzen absondern. Dafür soll der 56-Jährige den Kamin dementsprechend präpariert haben, schildert Schmidt.

Damit nicht genug: Weil er viel Strom brauchte, um die Anlage unter der Erde mit genügend Energie zu versorgen, hatte er unter dem Dach den Zugang zum Stromnetz manipuliert. Damit wollte er vertuschen, dass er mehr Elektrizität abzapfte.

Die Spur führte in den Landkreis Saarlouis, nachdem Zollfahnder bereits am 25. April bei Losheim auf einem Hof 20 Kilo Amphetamine (Aufputschmittel) entdeckt hatten. Dabei haben die Ermittler eine deutsch-italienisch-polnische Gruppe im Visier. Dabei ließ die Saarbrücker Staatsanwaltschaft das Haus des Mannes eigentlich filzen, weil sie davon ausging, dass er als Komplize für die Geldwäsche verantwortlich ist. Dann aber entdeckten die Fahnder die Plantage im Verborgenen.

Wäre der Schwalbacher nicht aufgeflogen, hätte er nach Berechnungen des Zolls für den Marihuana-Verkauf auf der Straße bis zu 35 000 Euro erzielen können. Denn allein 100 Pflanzen sollen nach Expertenangaben an die 2,5 Kilo Ernte im Jahr ermöglichen.

Der mutmaßliche Täter blieb auf freiem Fuß, da er einen festen Wohnsitz hat und keine Verdunklungsgefahr bestehe, sagt Schmidt auf Nachfrage. Unterdessen gehen die Ermittlungen gegen die Rauschgifthändler weiter.

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