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Vorausschau mit Bürgermeister auf das Jahr 2020 in der Gemeinde Schwalbach

Ausblick auf das Jahr 2020 in Schwalbach : Kirchbergschule verändert ihr Gesicht

Von öffentlichen und privaten Bauvorhaben bis zur Diskussion um einen möglichen Windpark: Die SZ blickt mit Bürgermeister Hans-Joachim Neumeyer auf Themen, die in diesem Jahr die Schwalbacher beschäftigen.

„Das Thema Infrastruktur von Schulen und Kindergärten hat immer Priorität“, betont Hans-Joachim Neumeyer, Bürgermeister von Schwalbach. Und verweist, nach den Schwerpunkten dieses Jahres befragt, zuallererst auf das in seinen Augen dringende und wichtige Projekt Erweiterung und Umbau der Kirchbergschule. Denn besonders bei der Nachmittagsbetreuung „drückt“ es, sagt er.

 Hans-Joachim Neumeyer ist Bürgermeister der Gemeinde Schwalbach. 
Hans-Joachim Neumeyer ist Bürgermeister der Gemeinde Schwalbach.  Foto: Ulrike Paulmann

Lange wurde diskutiert. Dieses Jahr kommt Bewegung in die Sache. „Die Entwurfsplanung steht“, sagt Neumeyer. „Ich hoffe, dass die Arbeiten im Oktober starten können.“ Ziel sei es, das Ganze bis Sommer 2022 abzuschließen. Im Schuljahr 2022/23 werde die erste Klasse vierzügig, berichtet er weiter. Geschätzter Kostenrahmen insgesamt: drei Millionen Euro. Schon vor dem eigentlich Baubeginn wird sich auf dem Gelände aber etwas tun: Die vier Container, die für die Betreuung aufgestellt wurden, werden in den Sommerferien umgesetzt, schließlich stehen sie momentan noch im späteren Baufeld. Erst, wenn alles fertig ist, sollen sie verschwinden.

 Blick auf das geplante Neubaugebiet „In der Weiherdell“
Blick auf das geplante Neubaugebiet „In der Weiherdell“ Foto: Ulrike Paulmann

Auch im Kindergarten Derlen und an der Laurentiusschule in Hülzweiler wird investiert, sagt der Verwaltungschef. Energetische Sanierungen stehen an, im Mai im Kindergarten (rund 100 000 Euro), Ende dieses, Anfang nächsten Jahres in der Schule (rund 800 000 Euro). Darüberhinaus kündigt der Bürgermeister weitere Sanierungen in Hallen, Sälen und Funktionsgebäuden an. Das schlage mit etwa einer halben Million Euro in den nächsten zwei Jahren zu Buche.

 Die Kreuzung Bachtalstraße/Am Alten Schacht/Sebastianstraße in Elm
Die Kreuzung Bachtalstraße/Am Alten Schacht/Sebastianstraße in Elm Foto: Ulrike Paulmann

Seit einigen Jahren ist die Gemeinde im Städtebauprogramm „kleinere Städte und Gemeinden“. Neumeyer erzählt, was hier unter anderem im Fokus liegt: etwa die Umfeldgestaltung der Alberoschule oder die Gestaltung und Nutzung des Großwaldparks. Das in die Jahre gekommene Naherholungsgebiet Großwaldpark hat laut Neumeyer mit der Nähe zu Schwimmbad und Co. eine „gute Lage, um ein parkähnliches Gebilde zu schaffen“. Er hat die Vision eines Mehrgenerationenspielplatzes dort. In der Gemeinderatssitzung am Donnerstag wurde ein Planungsbüro bestimmt (weiterer Bericht folgt).

Das Projekt „Wohnen im Alter“ am Hülzweiler Marktplatz werde auf den Weg gebracht, sagt er. An einer markanten Stelle in Elm soll sich derweil „in den nächsten Jahren“ etwas tun. Im Bereich Bachtalstraße/Sebastianstraße/Am Alten Schacht soll ein Verkehrskreisel entstehen, sagt Neumeyer, das Land habe dies zugesagt. Und: „Zur weiteren Planung soll die städtebauliche Aufwertung des Umfeldes gehören“.

In Sachen Neubaugebiet „In der Weiherdell“ im Ortsteil Elm geht es voran. 28 Baustellen sind geplant. Laut Neumeyer hat der Bauträger zugesagt, in Kürze mit der Erschließung zu beginnen. „Dieses Jahr können möglicherweise schon die ersten Bauherren loslegen.“

„Die Finanzlage hat sich weiter stabilisiert“, sagt der Bürgermeister und verweist auf die Statistik: 2018 war das Jahresergebnis knapp ausgeglichen, Ende 2019 blieb ein Überschuss von rund einer halben Million Euro. „2020/21 werden wir mindestens einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen“, sagt Neumeyer. Am Sanierungskurs werde man weiter festhalten. Die Schwierigkeit sei nach wie vor die Frage, wie sich die Konjunktur entwickle.

Ein großes Thema in der Gemeinde sind die Überlegungen zu einem möglichen Windpark Hülzweiler nördlich der A8 (die SZ berichtete). „Es ist nichts eingetütet!“, betont der Bürgermeister und fasst den Stand der Dinge zusammen: Nachdem Ende 2019 ein Interessent bekundet habe, drei bis vier Windräder auf der Windvorrangfläche zu bauen, habe man dies zum Anlass genommen, eine Infoveranstaltung zu bieten, „um Transparenz zu schaffen“. Die fand unter großem Interesse statt. Es kamen ihm zufolge zwischenzeitlich weitere Interessenten dazu – insgesamt sind es nun sechs. Auch im Ortsrat wurde, ebenso wie bei der Infoveranstaltung, kontrovers diskutiert. Am Ende stellte sich der Ortsrat mehrheitlich dem Bau nicht entgegen, allerdings unter bestimmten Voraussetzungen. Das Ganze ging in den Ausschuss. Und nun? „Im Moment ist das weitere Verfahren völlig offen“, sagt der Verwaltungschef, „das ,Ob’ ist noch gar nicht entschieden.“ Es gebe bislang keinen Gemeinderatsbeschluss.

 Die Kreuzung Bachtalstraße/Am Alten Schacht/Sebastianstraße in Elm, fotografiert am 28.2.20. Foto: Ulrike Paulmann
Die Kreuzung Bachtalstraße/Am Alten Schacht/Sebastianstraße in Elm, fotografiert am 28.2.20. Foto: Ulrike Paulmann Foto: Ulrike Paulmann

„Hier wird nichts übers Knie abgebrochen“, betont Neumeyer. Er schlug dem Gemeinderat bei der donnerstäglichen Sitzung vor, die bundesweite Entwicklung abzuwarten: Zurzeit wird nämlich diskutiert, ob die Entscheidung über Mindestabstände zwischen Windrädern und Siedlungen Ländersache werden soll (die SZ berichtete).