Von Zuckerguss bis Übergrößen

Von Zuckerguss bis Übergrößen

Schwalbach. Bei Kerstin Walter gibt es Mangelware zu kaufen. Dinge, die sie selbst einmal gebraucht und gesucht, im Saarland aber kaum gefunden hat. In ihrem "Himmelreich" in Schwalbach verkauft sie Kleidung für Kommunionskinder, Täuflinge und Bräute - auch für schwangere.Seit 2004 betreibt die 37-Jährige mit Mutter Monika Schmitt den kleinen Laden in der Hauptstraße 317

Schwalbach. Bei Kerstin Walter gibt es Mangelware zu kaufen. Dinge, die sie selbst einmal gebraucht und gesucht, im Saarland aber kaum gefunden hat. In ihrem "Himmelreich" in Schwalbach verkauft sie Kleidung für Kommunionskinder, Täuflinge und Bräute - auch für schwangere.Seit 2004 betreibt die 37-Jährige mit Mutter Monika Schmitt den kleinen Laden in der Hauptstraße 317. Die Idee? Sie ist gelernte Braut-Schneiderin, ihre Mutter hatte einen Second-Hand-Laden für Kinderkleidung. "Wenn man das zusammenwirft, ist Taufe die Verbindung", sagt Kerstin Walter. Als sie im sechsten Schwangerschaftsmonat nach einem Brautkleid gesucht hatte, hat sie gemerkt, "wie wenig es im Saarland gibt in diesem Bereich". Heute schafft sie Abhilfe, die ganze Familie hilft ihr. Die Schwester bastelt Taufkerzen, Tante und Schwiegermutter arbeiten mit im Geschäft. "Jeder, der in der Familie etwas kann, wird mit reingezogen." Kerstin Walter lacht. Ein echter Familienbetrieb eben.

Die Taufkleidung war von Anfang an beliebt, bald haben die Kunden auch nach Kommunionskleidung gefragt. "Dann fingen wir an, Umstandsbrautmode zu verkaufen und bald auch andere Hochzeitskleider." Da schließt sich der Kreis. Kerstin Walter kleidet Frauen ein von Taufe über Kommunion bis zur Hochzeit - mit oder ohne Babybauch. Auch für Jungs gibt es Taufkleidchen und -anzüge - oder darf es gar ein Tauf-Frack sein? Und auch etwas Schickes, das sie ein paar Jahre später zur Taufe des Geschwisterchens schon als großer Bruder tragen können.

Nicht nur für Bräute, auch am Taufbecken gibt es immer neue Trends. Die Kleidchen sind heute viel kürzer als noch vor ein paar Jahren, schlichter und meist aus Baumwolle, sagt die Schneiderin. "Die Mamas sind praktischer geworden." Ein kurzes, besticktes Hemdchen mit einer Hose darunter, dazu Mini-Lackschühchen, für die Jungs Mini-Krawatten oder -Fliegen.

Im bunt-verspielten Erdgeschoss findet sich das Tauflädchen, wie das Geschäft bis 2010 hieß. Hier gibt es Anzüge, Kleidchen, Schuhe, Mützchen, Taufbonbons und Geschenke zur Taufe. Die obere Etage ist dagegen ganz in weiß gehalten. Sie gehört den Frauen und Mädchen. Es gibt Kleider für die Kommunion in allen Stilen: vom einfachen weißen Leinenkleid bis zum Glitzer-Prinzessinnenkleid. Oder einfach nur eine weiße Tunika zu Leggins. "Nicht jedes Mädchen will heute mehr ein Kleid anziehen", sagt Kerstin Walter. Ihre eigene Kommunionskleider-Kollektion wird sie ab diesem Jahr verkaufen. "Wo auch immer man nach Kommunionskleidern sucht: Man stößt immer wieder auf dieselben Hersteller, egal in welchem Geschäft." Sie weiß: "Die Leute wollen mehr Individualität." Auch große Größen seien häufig Mangelware. Obwohl die Kinder und Jugendlichen heute kräftiger sind, haben Hersteller oft nur ein einziges Modell in einer großen Größe. "Die Leute bekommen hier alles genau angepasst", sagt die Schneiderin: Braut-, Kommunions- und auch Taufkleidchen. "Auch da muss mal ein Gummichen weiter oder enger gemacht werden."

Kerstin Walter kennt die Trends am Taufbecken. Wie wäre es mit einem Frack? Foto: Jenny Kallenbrunnen.

ich-lebe-gerne-in.de