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Verzichten? Das fällt gar nicht so leicht

Verzichten? Das fällt gar nicht so leicht

Mit dem Aschermittwoch beginnt im christlichen Glauben die Fastenzeit. Fasten heißt Verzicht oder Einschränkung. Wer verzichtet in den kommenden Wochen auf was, und liegt Fasten noch im Trend?

Saarlouis. Vorbei ist sie nun, die fünfte Jahreszeit. Mit dem Aschermittwoch heute beginnt für Christen die Fastenzeit. Fasten bedeutet Verzicht und Einschränkung. Fleisch, Süßigkeiten, Alkohol, vielleicht sogar auf Zigaretten oder andere Genussmittel und schwerlastige Gaumenfreuden? Wird in der Fastenzeit heute eigentlich noch gefastet, wenn ja, auf was verzichtet der Mensch? Die Saarbrücker Zeitung hat sich gestern umgehört, als ein letztes Mal für diese Session noch einmal ausgelassen gefeiert wurde.Zwar ist die bevorstehende Fastenzeit nach christlichem Glauben ein Anlass, aber Cornelia Gries aus dem gleichnamigen Reformhaus in Saarlouis weiß, dass nicht zwingend nur in den kommenden Wochen die Gelegenheit zum Fasten genutzt wird. "Bereits nach Silvester beginnt die Zeit des Fastens", sagt sie. In ihrem Reformhaus steige dann die Nachfrage nach verschiedenen Formen des Fastens wie Heilfasten oder Saftkuren. In der Karnevalszeit wird es ruhiger und nach Aschermittwoch steigt das Interesse nochmals an.

Gries selbst legt einmal im Jahr eine Fastenwoche ein, und "die muss nicht zwingend in der Fastenzeit liegen".

Fasten, dann, wenn man das Gefühl hat, etwas tun zu müssen, danach leben Jutta Schmidt, Ursula Demange und Marion Ruf. Wobei Demange jetzt versuchen möchte, eine Zeit lang auf Süßes zu verzichten. "Das halte ich nicht aus", entgegnet Schmidt. Kein Wunder, denn die drei Frauen arbeiten im Bäcker-Express, die Versuchung ist dort natürlich groß. "Lieber eine Zeit lang auf Alkohol verzichten", meint Schmidt.

Nochmals tüchtig Wurfmaterial unter das Volk gebracht haben gestern die Karnevalisten in Roden. Ans Fasten wollte dort noch niemand denken, besonders für die Kinder ist das kein Thema. Obwohl, da gab es schon den einen oder anderen, der im Leisen meinte: "Na ja, vielleicht lasse ich in den nächsten Wochen das Bier einfach weg." Thorsten Wagner aus Schwalbach traute sich zu dieser mutigen Aussage. Sein Kumpel Markus Speicher fügte hinzu: "Schaden würde es sicherlich nicht."

Was für die Männer der Alkohol war, ist für Marianne Bost aus Saarlouis die Schokolade. "Das was ich hier eingesammelt habe, hebe ich für meine Enkelkinder auf", sagt sie beim Rodener Umzug, muss allerdings eingestehen, dass ihr das gar nicht mal so leicht fällt - auf Süßes zu verzichten.