Trainerwechsel beim TuS Elm-Sprengen: Jelicic Nachfolger von Recktenwald

Handball : Jelicic soll den Hasen Beine machen

Handball: Saarlandliga-Schlusslicht Elm-Sprengen geht mit neuem Trainer ins Jahr.

Am Wochenende fliegen in der Handball-Saarlandliga wieder die Bälle – und für die Fans des TuS Elm-Sprengen beginnt das neue Jahr mit einer Überraschung. Wenn die „Rabbits“ an diesem Sonntag beim HC Schmelz ab 18 Uhr um die Punkte kämpfen, werden sie dies in der Primshalle unter neuer Führung tun. Quasi im Schnellverfahren hat sich der TuS in der Weihnachtpause von Trainer Marco Recktenwald getrennt und Miodrag Jelicic als Nachfolger installiert.

Nach einer desolaten Vorrunde zog der Vorstand des Liga-Schlusslichts (2:26 Punkte) die Reißleine und eröffnete dem alten Übungsleiter, dass man nach der Saison nicht mehr mit ihm plane. Recktenwald sah keine gemeinsame Basis mehr und entschied sich für den gesünderen Schnitt: sofortiger Rücktritt. Er wolle dem Neuaufbau nicht im Wege stehen. „Die Sache ist für mich erledigt“, erklärte der Ex-Bundesliga-Spieler knapp.

 Der 45 Jahre alte Kroate Jelicic war im November beim Frauen-Oberligisten HSV Püttlingen entlassen worden und frei. „Er ist der optimale Mann in unserer Lage“, sagt Dennis Jager. „Marco hat zwar ein hohes Fachwissen und viel im Bereich Gruppentaktik trainiert. Das kam bei den Spielern aber nicht mehr an. Miodrag setzt auf Athletik und Ausdauer. Er will das Spiel schneller gestalten – dafür braucht es Ausdauer“, weiß der TuS-Abteilungsleiter. Jelicic ist eines der bekanntesten Gesichter im Saar-Handball. Der Kroate kam 1998 als Spieler zum Regionalligisten HSG Fürstenhausen/Wehrden, blieb danach im Saarland.

Einen Vorgeschmack, wie man Kondition bolzt, gab der frühere polnische Erstliga-Spieler am Dienstag. Im Auftakttraining floss der Schweiß in Strömen. Der neue Trainer machte den Hasen Beine. Nach einer halben Stunde waren die ersten Spieler der Rabbits platt. „Ich habe langsam begonnen. Wir haben viel mit dem Ball trainiert und werden die Dosis erhöhen. Von nichts kommt nichts“, sagt Jelicic und schmunzelt.

Die Aufgabe, einen Fast-Absteiger zu trainieren, sei ebenso riskant wie reizvoll. So etwas habe er noch nie gemacht. Er fühle aber, dass er die Jungs wieder auf Kurs bringen könne. Nach dem Auftaktsieg bei der HG Saarlouis II hagelte es nur noch Niederlagen. „Das Potenzial ist da. Ich will erreichen, dass alle wieder Lust am Training und Handball haben. Glaube, Wille, Disziplin, Teamgeist – diese Werte sind mir wichtig“, sagt Jelicic, dessen Vertrag bis zum Saisonende läuft – vorerst. Jetzt seien die Spieler in der Pflicht, sagt Jager: „Statt wie bisher 50 Prozent müssen die künftig 150 Prozent Einsatz zeigen.“

Die HG Saarlouis musste bereits am Freitagabend (nach Redaktionsschluss) beim TV Niederwürzbach ran. Die HSG Fraulautern-Überherrn empfängt am Sonntag um 17 Uhr (Adolf-Collet-Halle Überherrn) die HSG Dudweiler, der HC Dillingen-Diefflen um 17.30 Uhr (Sporthalle Diefflen) die HSG Nordsaar.

In der Saarlandliga der Frauen empfängt Schlusslicht HSG Fraulautern-Überherrn am Sonntag um 15 Uhr (Adolf-Collet-Halle) den Tabellenneunten HSG Ottweiler/Steinbach. Die Partie von Spitzenreiter HG Saarlouis wurde verlegt.

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