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Tierischer Besuch von Klitschko

Agnes Kell verwöhnt den kleinen Klitschko mit Streicheleinheiten. Foto: Andreas Roden
Agnes Kell verwöhnt den kleinen Klitschko mit Streicheleinheiten. Foto: Andreas Roden FOTO: Andreas Roden
Schwalbach. Hunde kommen regelmäßig vorbei, auch Enten, Hühner und Hasen waren schon da. Und jedes Mal freuen sich die Bewohner vom Luise-Deutsch-Haus über die Gäste mit Fell oder Federn. Marc Prams

Gemütlich liegt der kleine Klitschko in den Armen von Agnes Kell und lässt sich von ihr streicheln. Im Gegensatz zu seinem schlagkräftigen Namensvetter stolziert er allerdings auf vier Beinen übers Parkett, bringt gut 110 Kilo weniger auf die Waage und steigt nur dann in einen Ring, wenn es dort Möhrchen gibt. So, wie es sich für ein Kaninchen nun mal gehört.

Kürzlich war Klitschko zu Besuch im Luise-Deutsch-Haus. Eine Praktikantin hatte ihn und seine Freundin Diversi mitgebracht. Sehr zur Freude von Agnes Kell und den anderen Bewohnern, die die beiden nur allzu gerne streichelten und knuddelten. "Der Kontakt mit den Tieren tut den Bewohnern gut. Er dient zur Förderung des emotionalen Wohlbefindens, erhöht das Selbstwertgefühl, reduziert Stress und Angst, und nicht zuletzt stimulieren die Tiere die Sinne. Auch ganz einfache Freude können sie auslösen", sagt Oswald Beu ren, im Luise-Deutsch-Haus zuständig für soziale Betreuung und Beschäftigung.

So wie viele Bewohner freut auch er sich über tierischen Besuch in dem Seniorenhaus. Dass die beiden Kaninchen zur Stippvisite vorbeischauten, war eine Ausnahme, aber einmal in der Woche kommen zwei Hundehalter mit ihren Vierbeinern vorbei. "Das ist immer ein echtes Highlight. Vor allem für alle, die früher selbst Hunde hatten", sagt Oswald Beuren . "Die Bewohner haben dabei jede Menge Spaß. Sie unterhalten sich mit den Hundebesitzern, streicheln die Tiere, unternehmen mit ihnen Spaziergänge. Auf diesem Weg sind schon zahlreiche herzliche Beziehungen entstanden", erzählt Beu ren. Auch für Demenzkranke, die früher Hunde hatten und sich noch an vieles aus dieser Zeit erinnern, sei der Kontakt wichtig. "Das schafft Vertrauen und Geborgenheit. Dadurch wird Lebensfreude erhalten", sagt Beuren . Deshalb wünscht er sich auch, dass häufiger Besuch von Hunden, Katzen, Hasen oder Vögeln im Luise-Deutsch-Haus vorbeikommt. Auch Enten und Hühner waren schon da. Wichtig sei nur, "dass die Tiere gerne Kontakt zu Menschen haben und es sie nicht stresst, wenn sie von 20 Leuten umgeben sind". Bei Hunden sei es daher angebracht, wenn sie schon ein paar Jahre auf dem Buckel hätten, Ruhe und Gelassenheit ausstrahlen würden.

"Wir hatten zeitweise sechs Hundebesitzer, die regelmäßig mit ihren Tieren zu uns kamen. Jetzt sind es leider nur noch zwei", sagt Oswald Beuren . "Wir suchen daher noch interessierte Herrchen und Frauchen, die uns mit ihren Tieren besuchen kommen."

Wer sich vorstellen kann, mit seinem Tier die Bewohner im Luise-Deutsch-Haus auch einmal zu besuchen, kann sich vorab mit Oswald Beuren in Verbindung setzen unter der Telefonnummer (0 68 34) 90 90 51 60.